Nach EZB-Entscheid
Bundesanleihen deutlich schwächer

Die deutschen Bundesanleihen haben am Donnerstag im Verlauf deutlich nachgegeben. Dagegen verzeichneten Anleihen aus den Peripherieländern der Eurozone, insbesondere Spanien und Italien, eine Kursrally.
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Die deutschen Bundesanleihen haben am Donnerstag im Verlauf deutlich nachgegeben. Dagegen verzeichneten Anleihen aus den Peripherieländern der Eurozone, insbesondere Spanien und Italien, nach erfolgreichen Auftritten am Kapitalmarkt beziehungsweise Geldmarkt eine Kursrally. Investoren zeigten sich optimistisch, dass die Finanzkrise in der Eurozone nachlässt.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt sechs Basispunkte höher bei 1,54 Prozent - der höchste Stand innerhalb von elf Wochen. Der Terminkontrakt Bund-Future sank um 69 Basispunkte auf 142,88 Prozent.

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Ratssitzung die Leitzinsen für die Eurozone, wie erwartet, nicht weiter gesenkt, sondern beließ den Satz bei 0,75 Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi sagte auf der anschließenden Pressekonferenz, die Entscheidung, die Zinsen nicht weiter zu senken, sei “einstimmig” getroffen worden.

Zehnjährige Staatsanleihen von Italien haben deutlich zugelegt, die Rendite lag zuletzt bei 4,15 Prozent elf Basispunkte niedriger. Die zehnjährigen Spanien-Bonds verzeichneten ebenfalls markante Kursgewinne. Die Rendite fiel um zuletzt 21 Basispunkte auf 4,89 Prozent. Bei den zehnjährigen Portugal-Bonds sank die Rendite um 13 Basispunkte auf 6,21 Prozent.

Spanien hat mit drei Bondemissionen 5,8 Milliarden Euro erlöst, was über dem ursprünglichen Maximalziel von 5,0 Milliarden Euro lag. Die Finanzierungskosten lagen deutlich niedriger als bei der vorhergehenden Auktion und die Überzeichnung höher. Die Anleihe mit Fälligkeit 2015 im Volumen von 3,397 Milliarden Euro wurde mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,476 Prozent zugeteilt. Die durchschnittliche Rendite des 2018 fälligen Papiers betrug 3,988 Prozent. Bei der 2026 fälligen Anleihe im Volumen von 469,7 Millionen Euro lag die durchschnittliche Rendite bei 5,555 Prozent.

Italien hat am Geldmarkt einjährige Papiere im Volumen von 8,5 Milliarden Euro untergebracht. Die durchschnittliche Rendite lag bei 0,864 Prozent, nach 1,456 Prozent im Dezember.

Im Segment für Unternehmensanleihen kommt die Deutsche Telekom AG über ihre Finanzierungstochter Deutsche Telekom International Finance B.V. an den Kapitalmarkt. Angekündigt sind achtjährige und 15-jährige vorrangige, unbesicherte Bonds. Die Konsortialführung liegt bei Barclays Plc, Deutsche Bank AG und Société Générale SA. Die achtjährigen Papiere im Volumen von 1,25 Milliarden Euro kommen laut informierten Kreisen mit einer Rendite von 78 Basispunkten über dem mittleren Swapsatz auf den Markt, die Rendite der 15-jährigen Bonds im Volumen von 750 Millionen Euro liegt demzufolge bei 115 Basispunkten über dem mittleren Swapsatz.

Im Hochzinssegment legt die Fresenius SE & Co. eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro mit Fälligkeit 2020 auf. Wie von informierten Personen verlautete, soll die Rendite bei 3,0 Prozent bis 3,25 Prozent liegen.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse gesunken. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries lag bei 1,90 Prozent vier Basispunkte höher. Die USA kommen im Tagesverlauf mit 30- jährigen Staatsanleihen im Volumen von 13 Milliarden Dollar an den Primärmarkt. Die Rendite der Langläufer stieg zuletzt um vier Basispunkte auf 3,10 Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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