Nach Herabstufung
Slowenien verklagt Moody's

Neuer Rückschlag für Slowenien: Die Bonitätswächter der Ratingagentur Fitch stufen die Anleihen des Landes herab. Das tat Anfang Mai auch Moody's – und könnte sich damit juristischen Ärger aufgehalst haben.
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Ljubiljana/London/FrankfurtSlowenien will die Ratingagentur Moody's verklagen, weil sie Anfang Mai während der Ausgabe slowenischer Staatsbonds in den USA die Bonität des angeschlagenen Eurolandes auf Ramschniveau gesenkt hatte. „Wir denken über Rechtsmittel gegen Moody's nach und ich persönlich neige dazu“, sagte die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek der Zeitung „Vecer“ in Maribor (Samstag). „Die haben sich ungerechtfertigt in die Ausgabe slowenischer Staatsbonds eingemischt und so etwas sollte keine Ratingagentur dürfen“, begründete sie ihren Standpunkt.

Das wirtschaftlich angeschlagene Slowenien hatte Anfang Mai Dollaranleihen im Wert von umgerechnet 2,7 Milliarden Euro aufgelegt. Das Finanzministerium stoppte das Angebot vorübergehend, nachdem Moody's die Bonität Sloweniens am 1. Mai um zwei Stufen auf „Ramschniveau“ (Note „Ba1“) gesenkt hatte. Ihre Regierung sei vor der Ausgabe der Dollar-Staatsbonds mit Moody's in Kontakt gewesen und es habe keinerlei Hinweise auf eine Änderung des Ratings gegeben, so Bratusek weiter. Am Ende konnte Slowenien doch die geplante Geldsumme einsammeln und hatte für zehnjährige Titel sechs Prozent Rendite zahlen müssen.

Am Freitagabend hatte Konkurrent Fitch die Kreditwürdigkeit des angeschlagenen Eurolands um eine Stufe gesenkt. Die Bonitätsnote werde von bisher „A-“ auf „BBB+“ herabgestuft, teilte Fitch am Freitagabend in London mit. Der Ausblick für das Rating des unter einer schweren Bankenkrise leidenden Landes bleibt demnach negativ, womit eine weitere Herabstufung droht. Die aktuelle Bewertung liegt drei Noten über dem sogenannten Ramschniveau.

Slowenien gilt als nächster Kandidat für Staatshilfen der Euro-Partner. Bisher versucht das Land, seine Banken jedoch ohne externe Hilfe zu sanieren. Je schlechter ein Rating ist, desto teurer und schwerer kann die Aufnahme von Geld am Kapitalmarkt werden. Oder anders gesagt: Die Zinsen könnten steigen, was die ohnehin angespannte Finanzlage weiter verschärfen könnte.

Kommentare zu " Nach Herabstufung: Slowenien verklagt Moody's"

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  • €uroschrott
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    Diese "Esperantowährung" mußte seit siner Zwangseinführung immer wieder "gerettet" werden. Und di Liste der zu rettenten Länderwird von Tag zu Tag länger.
    Nach Slovenien folgen Italien, Belgien und Frankreich. Auch Malta hat Probleme mit seinen "Schwarzgeld-Banken".
    Und jetzt will Slowenien Moody's verklagen weil sie sich erdreisteten, die Wahrheit zu sagen! Geht's denn noch?

  • Bravo Slowenien, es wird Zeit das diese Ratingagenturen endlich in ihre Schranken gewiesen werden. Hoffentlich nehmen sich mehrere Länder ein Beispiel!

  • Mein eigenes Rating ueber Slowenien hatte ich auch ohne Fitch schon lange gesenkt. Aber macht "Fitch" dies jetzt "amtlich" - im Sinne, jetzt ist es wirklich so?

    Wie auch immer, der GESUNDE Menschenverstand ist durch kein Rating zu ersetzen.

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