Nervöse Investoren
Finanzmärkte schüren die Sorge um Spanien

Mit der Milliardenhilfe für Irland wollten die EU-Partner die Sorgen der Märkte vor einem Zusammenbruch weiterer Länder zerstreuen. Doch die Rechnung ist nicht aufgegangen. Nun sendet auch Spanien neue Alarmsignale. Das dürfte die Finanzkraft der gesamten Eurozone auf den Prüftstand stellen.
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Das Rettungspaket für Irland ist offenbar wirkungslos verpufft. Nachdem sich bereits die Märkte kaum beeindruckt zeigten, kommen nun neue Alarmsignale von der iberischen Halbinsel: In der Euro-Schuldenkrise warnt Portugals Zentralbank vor großen Risiken für die Finanzbranche des Landes. Zugleich sieht Spanien Grund zur Sorge, sollten die Zinslasten für das Land dauerhaft hoch bleiben wie derzeit.

Die Stimmung an den Finanzmärkten blieb angespannt, der Euro fiel unter die Marke von 1,30 Dollar und steht inzwischen wieder auf dem Niveau von Mitte September. Auch an den Börsen ging es weiter begab. Der Dax konnte sich zwar zeitweise von dem Kursrutsch des Vortags erholen, nach einem wechselhaften Handelsverlauf rutschte der deutsche Leitindex am Nachmittag aber mit 0,4 Prozent ins Minus auf 6672 Punkte. Belastungen zeigten sich auch an der New Yorker Börse. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 10.961 Punkte.

„Die Märkte sind sehr nervös“, sagte der Ex-EZB-Banker und ehemalige italienische Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa. Daher könnten auch solche Länder in Bedrängnis geraten, bei denen eigentlich kein Grund zu solch extremer Sorge bestehe. Vor allem Portugal gilt als nächster Kandidat für den Rettungsschirm von EU und IWF. Lissabons Notenbank forderte die Regierung auf, das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Sollte es nicht gelingen, die Staatsfinanzen glaubwürdig und nachhaltig zu konsolidieren, werde das Risiko für die Banken untragbar, teilte die Notenbank in ihrem Bericht zur Finanzstabilität mit.

Viele Experten befürchten, die Krise in Portugal könnte sich auch auf den größeren Nachbarn Spanien ausweiten, weil beide Länder wirtschaftlich eng miteinander verbunden sind. Schon jetzt liegen die Risikoaufschläge für die Staatsanleihen des Landes zu vergleichbaren deutschen Papieren auf Rekordwerten. Damit wird es für die Regierung in Madrid teurer, frisches Geld am Markt aufzunehmen. Sollten die Kosten für die Finanzierung hoch bleiben, sei das Grund Sorge, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jose Manuel Campa vor dem Parlament.

Sollte aber auch Spanien vom Rettungsschirm aufgefangen werden müssen, dürfte das die Finanzkraft der Euro-Zone auf den Prüfstand stellen und Fragen zur Zukunft der Währungszone aufwerfen. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass der Rettungsschirm möglicherweise aufgestockt werden müsste, weil Spaniens Wirtschaft weit größer ist als Portugal, Griechenland und Irland zusammen.

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  • Alles sehr richtig. Die Manipulation des Euro wird von Außen gesteuert. Die tägliche Spekulationkugel rollt heute mit vielleicht 10? billionen in 24 Stunden um die Erde. in Echtzeit. Nun werden doch nur die Zahlen größer, Verlierer sind die kleinen Sparer, Rentner und Schwachen. So war es immer und so wird es auch bleiben.
    Die Durchhalteparolen und Schönwettersendungen in den deutschen Medien halten die Deutschen weiter dumm. Keiner versteht was ein Rettungschirm ist oder sein soll....
    Alles eine Folge des eskalierenden Superkapitalismus, der sich zum Schluß selbst frisst. Leute glaubt nicht an die Durchhalteparolen und Schönwetterprognosen der Politiker! Jetzt wird es ein einkalter Währungswinter. Nur wer vorbereitet ist, wird nach dem Zusammenbruch der Volkswirtschaftssysteme vernünftig auf die beine kommen. Eigenes Denken und neue Gemeinschaften sind richtig und wichtig, um sich dem Dikat der Turbopleitiers zu entziehen.

  • @Unterwasserexplosion

    Prima - Du hast es begriffen

  • GOLD iS SKYROCKETiNG - ViVARiUM, ViVARiUM, ViVARiUM

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