Neue Regeln für Schweden
Nullrisiko-Status für Staatsanleihen fällt

Schweden will es seinen Banken verbieten, Staatsanleihen als Nullrisiko-Papiere zu bewerten. Die Europäische Bankenaufsicht findet das gut – eigentlich. Denn die Datenlage für die neuen Risikomodelle sei zu knapp.

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) will die Anleihenmärkte sicherer machen. Ein neues Risikobewertungsmodell muss her – und zu den Vorreitern auf dem Gebiet gehört Schweden. Im Gegensatz zum restlichen Europa hat Schweden seinen Banken mitgeteilt, dass sie Staatsanleihen in ihren Büchern nicht länger mit einer Null-Risikogewichtung ansetzen dürfen. Bislang konnten sie sich da auf auf eine Ausnahmeregelung berufen: Sie gestattet hingegen die Verwendung eines Standardmodells, das in Europa eine Risikogewichtung von null zulässt.

Ab nächstem Jahr soll die Regelung nicht mehr gelten. Die größten Banken des Landes müssen dann die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls und ihren potenziellen Verlust auf der Grundlage historischer Daten berechnen. Die EBA will bei der Ermittlung der Daten zwar behilflich sein. Zugleich aber kritisiert sie den Ansatz der Schweden: Interne Rating-Modelle würden eben aus Mangel an Daten auf lange Sicht nicht funktionieren, sind die Bankenhüter überzeugt.

„Wenn man nur drei, vier Beispiele hat - wie soll man da zu einem aussagekräftigen Verlust-Modell kommen”, sagt Lars Overby, Leiter Anleihe-, Markt- und operative Risiken in der Regulierungsabteilung der EBA. Die schmale Datengrundlage führt zu einer Bandbreite an Ergebnissen - ein Phänomen, dem sich die Behörde wieder und wieder gegenübersieht. Dabei können die Modelle für die Zahlungsausfälle durchaus unterschiedlich ausfallen.

Die schwedische Finanzaufsicht in Stockholm will Anfang 2016 über die Modelle entscheiden, die von den großen Banken des Landes Nordea, SEB, Handelsbanken und Swedbank sowie der Swedish Export eingereicht werden. Die Finanzaufsicht entschloss sich zu dem Schritt, weil sie nicht länger abwarten wollte, bis es in der Europäischen Union in der Frage der Null-Risikogewichtung zu einer Entscheidung kommt.

Die EBA sympathisiert Overby zufolge mit der Position Schwedens – größtenteils. Die Behörde arbeitet daran, die Wahrscheinlichkeiten für Zahlungsausfälle von Staaten und möglichen Verlusten bei Staatsanleihen zu harmonisieren. Anschließend soll eine Überprüfung stattfinden, um zu entscheiden, welche Portfolios, einschließlich Staatsanleihen, für interne Modelle geeignet sind.

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Nullrisiko-Status für Staatsanleihen fällt

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Auch Schweizer Behörden erwägen neue Bewertung

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