Neuorientierung führt zu starken Mittelzuflüssen
Deka-Vermögensverwalter reduzieren Risiken

Je größer die Masse, desto stärker die Anziehungskraft – dieses physikalische Gesetz gilt recht häufig auch für Investmentfonds.

HB HAMBURG. Da verwundert es nicht, dass der UniEuroAspirant der Union Investment und der Deka-EuropaBond TF der Deka nicht nur zu den volumen-, sondern im laufenden Jahr mit einem Netto-Mittelzufluss von 993 Mill. beziehungsweise 709 Mill. Euro erneut zu den absatzstärksten Angeboten der Kategorie „Rentenfonds Europa“ gehören.

Zu der hohen Nachfrage dürften allerdings auch die seit Jahren überdurchschnittlichen Ergebnisse der beiden überwiegend in Osteuropa investierten Produkte beigetragen haben: Der UniEuroAspirant erzielte in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 14,91 Prozent und belegt damit unter 75 Fonds den ersten Rang, der Deka-EuropaBond TF liegt mit einem Plus von 11,74 Prozent auf Rang sechs (siehe Tabelle). Damit entwickelten sich beide Fonds deutlich besser als die hausinternen Konkurrenten UniEuropaRenta und DekaLux-Bond. Diese zählen zwar ebenfalls zu den zehn größten Rentenfonds mit Schwerpunkt Europa, mischen festverzinsliche Wertpapiere aus neuen EU-Staaten wie Polen oder Ungarn aber lediglich in kleinen Dosen bei.

Trotz der schwächeren Rendite flossen dem DekaLux-Bond im laufenden Jahr mit 718 Mill. Euro mehr Mittel zu als dem Deka-EuropaBond TF. Besonders auffällig war das starke Interesse im September, als die Zuflüsse mit 469 Mill. Euro gegenüber 113 Mill. Euro mehr als viermal so hoch ausfielen. Die frischen Gelder stammen in erster Linie von den hauseigenen Vermögensverwaltern und Dachfondsmanagern, die zurückgegebene Anteile des auf US-Firmenanleihen spezialisierten JP Morgan Global High Yield Bond zur Hälfte in den DekaLux-Bond investierten. „Wir haben auf die steigende Risikoaversion an den Märkten reagiert und Gewinne mitgenommen“, erklärt Ulrich Gallus, der bei der Sparkassen-Tochter die Fondsvermögensverwaltung leitet.

Eine Absage an die Anlageregion Osteuropa bedeutet das aber keineswegs. Denn diese wird in der fondsgebundenen Vermögensverwaltung und in den Dachfonds der Dekabank durch den dort noch stärker als der DekaEuropaBond TF vertretenen DekaConvergenceRenten CF abgedeckt. „Wir sind in Osteuropa im Rentenbereich nach wie vor deutlich übergewichtet und sehen dort sowohl auf der Zins- als auch auf der Währungsseite mittelfristig gute Chancen“, sagt Gallus.

Für den Euro-Rentenmarkt zeigt sich der Deka-Experte derzeit deutlich reservierter: „Die auch in diesem Jahr sehr gute Entwicklung ist vor allem liquiditätsgetrieben, sodass der Markt anfällig bleibt für Rückschläge.“ Zudem rechnet Gallus damit, dass die Europäische Zentralbank Anfang 2006 dem Vorbild der US-Notenbank folgt und die Zinsen erhöht. Die durchschnittliche Restlaufzeit in den von ihm betreuten Depots beträgt deshalb momentan nur 4,5 Jahre.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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