Nordkorea-Konflikt
Trump-Rede treibt Anleger in sichere Häfen

Trumps „Feuer und Zorn“-Rede beunruhigt Investoren. Sie verkaufen ihre Aktien und treten die Flucht in sichere Häfen wie deutsche Staatsanleihen an. Auch der Goldpreis profitiert von der angespannten politischen Lage.
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FrankfurtUS-Präsident Donald Trump hat mit seiner Drohung an Nordkorea den vergleichsweise sicheren Anlagen Auftrieb gegeben: Am Morgen legten die Kurse von deutschen Staatsanleihen zu. Außerdem profitierte der Goldpreis von der angespannten politischen Lage. Die Anleger seien verunsichert und zögen sich aus Aktien zurück, um sicherere Anlagehäfen anzusteuern, sagte Analyst Kumiko Ishikawa von Sony Financial Holdings. Ein Händler sagte: „Die 'Feuer und Zorn'-Rede von Donald Trump verstört die Börse“. „Das Risiko, dass diese Spannungen sich in einem militärischen Konflikt entladen, wird stündlich greifbarer“, sagte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt bei der Bremer Landesbank.

Nordkoreas Militär hatte den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt. Zuvor hatte Trump gesagt, er werde mit „Feuer und Zorn“ reagieren, wenn Nordkorea eine Gefahr für die USA darstelle. Das Land hat nach japanischen Angaben bei seinem Atomwaffenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht. „Im Konflikt um Nordkorea ist die nächste Eskalationsstufe erreicht“, stellte Fondsmanager Thomas Altmann vom Brokerhaus QC Partners fest.

Von der politischen Entwicklung profitierte vor allem das als Krisenwährung geltende Gold. Eine Feinunze verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1269,20 Dollar. Zudem waren die traditionell als sicherer Hafen geltenden Währungen wie Yen und Franken gesucht. Zur japanischen Währung fiel der Greenback auf 109,66 Yen von 110,30 Yen. Zum Franken gab er 1,1 Prozent auf 0,9639 Franken nach. Der Euro fiel zum Franken um mehr als ein Prozent auf 1,1317 Franken. „Vorerst erscheint eine schnelle Deeskalation der Lage unwahrscheinlich, Yen und Franken sollten vorerst also gefragt bleiben“, schrieb Bayern LB-Analyst Manuel Andersch. Zum Euro machte der Dollar dagegen Boden gut. Die Gemeinschaftswährung entfernte sich mit 1,1740 Dollar weiter von dem vorige Woche erreichten Zweieinhalb-Jahres-Hoch von knapp über 1,19 Dollar.

Dax und EuroStoxx50 fielen bis zum späten Vormittag um jeweils gut ein Prozent auf 12.151 beziehungsweise 3472 Punkte. In Tokio verlor der japanische Leitindex Nikkei 1,3 Prozent auf 19.738 Punkte. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans rutschte 0,5 Prozent ab. Auch die chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzen sowie die die Märkte in Hongkong und im südkoreanischen Seoul gaben nach.

Der Dow Jones schloss 0,15 Prozent tiefer bei 22.085 Punkten, damit endete die längste Gewinnserie seit Februar. Der S&P500-Index verlor 0,2 Prozent auf 2475 Zähler, der Index der Technologie-Börse Nasdaq gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 6370 Stellen.

Die USA hatten Nordkorea wiederholt gewarnt, Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm notfalls mit Gewalt zu stoppen, aber auch immer wieder betont, sie setzten auf eine diplomatische Lösung. Dazu gelang es den USA auch, Russland und China, den letzten wichtigen Verbündeten des isolierten Landes, ins Boot zu holen. Auch mit ihren Stimmen verschärfte der UN-Sicherheitsrat am Samstag die bereits seit 2006 bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea.

Sie zielen diesmal auf die wichtigen Exporteinnahmen bei Kohle, Eisen, Blei und Fisch. Die Sanktionen sind eine Reaktion auf die jüngsten Raketentests. Im Juli erprobte das Land zwei Interkontinentalraketen, die angeblich auch die US-Westküste erreichen können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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