Ratingagentur
Fitch nimmt Osteuropa ins Visier

Die enge Verbindung zur Euro-Zone bekommt Osteuropa nicht. So sieht es zumindest die US-Ratingagentur Fitch - und senkt den Ausblick bei vier Staaten. Versicherern aus Italien und Spanien ergeht es noch schlechter.
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Prag Die Ratingagentur Fitch blickt wegen der Schuldenkrise in der Eurozone auch auf die Bonitätsnoten mehrerer osteuropäischer Staaten mit mehr Skepsis. Fitch senkte am Dienstag den Ausblick für Bulgarien, Tschechien, Lettland und Litauen auf stabil von zuvor positiv, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Wahrscheinlichkeit einer Hochstufung in den kommenden zwölf Monaten sei für die Länder gesunken. Fitch begründete den Schritt mit den engen Verknüpfungen zur Eurozone. Bulgarien und Lettland werden von Fitch derzeit mit der Note BBB-, Litauen mit BBB und die Tschechische Republik mit A+ bewertet. Alle vier Länder sind keine Mitglieder der Eurozone.

Fitch stufte angesichts der Schuldenkrise mehrere italienische und spanische Versicherer herab. So senkten die Experten am Dienstag beispielsweise das Rating für die Finanzstärke des italienischen Marktführers Generali von „AA“ auf „A-“. Den Ausblick bewertete Fitch mit negativ. Einige der betroffenen Versicherer hätten in erheblichen Maße in Anleihen aus Italien und Spanien investiert und seien deshalb besonders gefährdet, sollte sich die Situation an den Märkten verschärfen.

Auch andere Bonitätswächter schlagen erneut Alarm: Die Konkurrenz-Agentur Standard & Poor's warnte erneut vor einer Herabstufung von Staaten und Banken in Europa. Auf der Liste für ein potenzielles Downgrade stünden inzwischen 25 staatliche Schuldner und 42 Banken aus Europa, erklärte die S&P-Analystin Diane Vazza am Dienstag.

S&P hatte in der vergangenen Woche gedroht, vor dem Hintergrund der Schuldenkrise fast alle Mitglieder der Eurozone herabzustufen, darunter Deutschland. Je besser die Bonitätsnote ist, desto billiger kann sich ein Land in der Regel Geld von Investoren leihen. Hintergrund der drohenden Herabstufungen ist die Schuldenkrise in der Eurozone.


Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die regen mich auf!

    In den USA gehen reihenweise Banken pleite und keiner schaut auf deren Rating. Aber in Europa haben sie es besonders eilig.

  • Eine gute Hausfrau kauft, wenn es richtig billig ist; der Zeitpunkt ist vermutlich noch weit weit weg ;)

  • Ja, wo bleiben denn die chinesischen Investoren um unsere schöne EU zu retten? Wir haben hier ein gutes chinesisches Schnellrestaurant wo es gebratenen Reis für 3 Euro gibt. Das Geld, was die Chinesen bei uns sparen können, werden sie bestimmt nachhaltig in der Zone anlegen. Bei Banken und so.

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