Ratingagentur sieht schwieriges Umfeld für Junk-Bonds
Moody’s erwartet leicht steigende Kreditqualität

Die Ratingagentur Moody’s Investors Service geht davon aus, dass die Kreditqualität westeuropäischer Schuldner in diesem Jahr oder spätestens im ersten Quartal 2006 ihren Höchststand erreichen wird. Erst danach sollte sich die Bonität wieder leicht verschlechtern, sagte gestern Guillaume Menuet, Volkswirt bei Moody’s, bei der Veröffentlichung einer Studie.

cü FRANKFURT/M. Im zweiten Quartal machte Moody’s in Westeuropa eine bessere Kreditqualität bei 22 Schuldnern aus und stufte deren Ratings hoch. Die Bonitätsnoten der Ratingagenturen – neben Moody’s gibt es Standard & Poor’s und Fitch – entscheiden mit darüber, wie viel Zinsen Schuldner für Anleihen und Kredite zahlen müssen. Bessere Ratings von Moody’s bekamen im zweiten Quartal unter anderem der deutsche Reifenhersteller Continental, der schwedische Telekomausrüster Ericsson und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis.

Dem gegenüber standen nur 17 Herabstufungen. Schlechtere Ratings gab es zum Beispiel für den deutschen Lackieranlagenbauer Dürr und die Deutsche Lufthansa. Ausgenommen von der Übersicht über Ratingänderungen sind die Heraufstufungen von 34 Unternehmen, die im Juni von einer Änderung der Ratingmethodologie bei Moody’s profitierten, wonach die Agentur einer möglichen Staatshaftung mehr Gewicht beimisst.

Der zunächst noch positive Ratingtrend wird die Anleihen von Unternehmen mit guten Ratings im so genannten Investment-Grade nach Ansicht von Moody’s aber kaum noch stützen. Die niedrigen Leitzinsen und Renditen der europäischen Staatsanleihen seien für Firmenbonds zwar positiv. Doch sie signalisierten gleichzeitig das nur geringe Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone, das den Appetit der Investoren auf die sehr teuren Unternehmensanleihen bremsen könnte.

Bei Unternehmensanleihen mit Ratings innerhalb des unsicheren Non-Investment-Grade (Junk-Bonds) geht Analyst Menuet davon aus, dass die Risikoaufschläge gegenüber Staatsanleihen im nächsten halben Jahr um etwa einen auf rund 5,5 Prozentpunkte steigen werden. Vereinzelte negative Konjunktur- oder Unternehmensnachrichten könnten laut Menuet zu mehr Risikoscheu der Bond-Investoren führen, was besonders die Junk-Bonds treffen sollte. Historisch gesehen blieben die Risikoaufschläge aber auch bei einem Anstieg sehr niedrig.

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