Regierungskrise
Investoren verkaufen Portugal-Anleihen

Die Krise um Portugal spitzt sich zu. Die Börse stürzt ab, die Anleiherenditen schießen nach oben. Anleger suchen Sicherheit in Deutschland. Europa steckt wieder voll im Krisenmodus.
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FrankfurtIn Portugal wackelt die Koalitionsregierung unter Premierminister Pedro Passos Coelho von der sozialdemokratischen PSD. Damit steht der bisherige Sparkurs auf der Kippe. Die Anleihen des Landes reagierten mit deutlichen Kursverlusten, erstmals seit dem 27. November kletterte die Rendite der zehnjährigen Portugal-Bonds auf mehr als acht Prozent.

In dieser Woche hat nach dem Rücktritt von Finanzminister Vitor Gaspar nun auch Außenminister Paulo Portas vom konservativen Koalitionspartner CDS-PP am Dienstagabend sein Amt niedergelegt. Portas gab an, dass die Nachfolgerin von Gaspar, die bisherige Staatssekretärin im Finanzministerium, Maria Luis Albuquerque, lediglich die Sparpolitik fortsetzen werde.

„Die Alarmglocken läuten, es deutet sich eine Ermüdung beim Sparkurs an”, sagte David Schnautz, Stratege der Commerzbank in New York. „Diese innenpolitischen Dissonanzen sind eindeutig negativ.”

Die Märkte reagierten prompt. Die Rendite der zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen schoss am Mittwoch um mehr als 100 Basispunkte in die Höhe. In der Spitze lag die Rendite bei mehr als acht Prozent - so hoch hatte sie zuletzt am 27. November gelegen. Der Leitindex PSI20 an der Börse Lissabon brach in der Spitze um 6,2 Prozent ein - der größte Intraday-Kursverlust seit dem 6. Oktober 2008, zeigen Bloomberg-Daten.

Premierminister Passos Coelho ringt auf zwei Fronten: zum einen muss er im Inland die Rezession bekämpfen, gegenüber der Troika muss er zum anderen mit Einsparungen und Steuererhöhungen die Auflagen im Gegenzug für die gewährten Finanzhilfen einhalten.

„In den kommenden Stunden will ich mit der CDS klären und sicherstellen, dass alle Voraussetzungen für eine stabile Regierung weiterhin gegeben sind und mit der Strategie zur Überwindung der Krise fortfahren”, sagte Passos Coelho in einer Rede am späten Dienstagabend.

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Kommentare zu " Regierungskrise: Investoren verkaufen Portugal-Anleihen"

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  • 'mondahu' sagt
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    Das Ende der €-Krise ist erst erreicht, wenn die Südstaaten wieder Anleihezinsen haben in der Höhe wie vor dem Euro.
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    Blühender Unsinn.

    Denn die Marktzinsen für Staatsanleihen der "Südstaaten" wird nicht nur durch den Aufschlag für das Emittentenrisiko bestimmt, sondern auch durch den Aufschlag für das Währungsrisiko.

    Und letzteres fällt bei in Euro emittierten Anleihen weg.

    Auch wenn das Emittentenrisiko gleich geblieben sein sollte.

  • O-Ton Handelsblatt
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    In Portugal wackelt die Koalitionsregierung unter Premierminister Pedro Passos Coelho von der sozialdemokratischen PSD. Damit steht der bisherige Sparkurs auf der Kippe.
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    Ach wirklich?

    Wer soll denn den Nichtsparkurs finanzieren?

    Die Finanzmärkte?

    Fehlanzeige.

    Die Troika?

    Fehlanzeige.

    Der Wirtschaftsnarr Bofinger?

    Fehlanzeige mangels Masse.

    Wirtschaftscharlatan Horn und Kommentator 'Freidenkerin'?

    Ditto.

    Die Handelsredaktion?

    Ditto.

    Ich?

    Fuck off!

    ....

    Wenn man kein Geld hat, dann MUSS man sparen.

    Daß es politische Kräfte in Portugal gibt die meinen sich vor der Verantwortung für das unvermeidliche drücken zu müssen ist eben Pech.

    Es ändert an den fiskalischen Realitäten aber kein bißchen.

    ...

    Wer auch immer in Portugal regiert wird sich mit den Realitäten auseinanderzusetzen haben.

    Ansonsten: rien ne va plus.

  • Das Ende der €-Krise ist erst erreicht, wenn die Südstaaten wieder Anleihezinsen haben in der Höhe wie vor dem Euro. Und eigentlich müßten sie noch weiter steigen, da sie heute in einer schlechteren wirtschaftlichen Verfassung sind als vor zehn Jahren.

    Wetten, daß ...

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