Rekordvolumen erreicht
US-Anleger schichten um

Anleger sind sichtbar verunsichert: Aus US-Aktienfonds wird in großem Maße Geld abgezogen und in Anleihen investiert. Damit zeichnet sich ein neuer Trend ab, der laut Bill Gross stark von einem Land abhängt.
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Investoren haben Rekordvolumina an Kapital von US-Aktienfonds in Anleihen umgeschichtet und die 15. Woche in Folge Geld aus Schwellenländeraktien abgezogen. Das berichtet Citigroup.

Einer Studie der drittgrößten US-Bank vom Freitag zufolge verzeichneten US-Aktienfonds in der Woche zum 5. Februar Abflüsse von 24 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro). Weltweit zogen Investoren aus Aktienfonds 28,3 Milliarden Dollar ab, so die Studie unter Berufung auf Daten der US-Datendienstes EPFR. Die Abflüsse tragen den größten Teil zu den 14,8 Milliarden Dollar bei, die weltweit in Anleihen geflossen sind. Bei allen Zahlen für den genannten Zeitraum handelt es sich um Rekordwerte.

Erstmals seit August letzten Jahres haben im Januar Anleihen die Aktien geschlagen, nachdem das Beschäftigungswachstum in den USA nachgelassen hatte und Turbulenzen auf den Schwellenländermärkten die Nachfrage nach besonders sicheren Investments verstärkte. Die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Anleihekäufe im Januar und erneut im Februar zurückzufahren, trug ebenfalls dazu bei, die Nachfrage nach Risikoinvestments zu dämpfen.

„Die jüngsten Zahlen haben die Leute dazu gebracht zu denken, dass das weltweite Wachstum nicht so gut ist wie erwartet, also haben sie Aktien verkauft und sichere Häfen angesteuert“, sagte Daphne Roth, Leiterin Aktienresearch Asien bei ABN Amro Private Banking in Singapur. Roth hat Ende Januar Aktien verkauft und hält das Geld in liquiden Mitteln.

China als entscheidender Faktor

Investoren haben im genannten Zeitraum 6,4 Milliarden Dollar aus Schwellenländer-Aktienfonds abgezogen, so viel wie zuletzt im August 2010, wie aus der Citigroup-Studie von Markus Rosgen und Yue Hin Pong aus Hongkong hervorgeht.

Bill Gross, Manager des weltgrößten Anleihenfonds bei Pacific Investment Management (Pimco), sagte diese Woche, das Tempo des Wirtschaftswachstums in China sei eines der größten Fragezeichen in den Schwellenländern und eines der größten Risiken für die Märkte. „Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf müssen wir uns mit den möglichen Problemen in China und anderen Schwellenländern befassen“, sagte Gross.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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