Rendite zu niedrig
Versicherer meiden deutsche Staatsanleihen

Deutsche Papiere: Ja. Deutsche Staatsbonds: Nein. Bundesanleihen bringen Versicherern wie Generali oder der Allianz einfach zu wenig Rendite. Die Italiener setzen stattdessen auf andere Wertpapiere.
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FrankfurtBundesanleihen sind bei Investoren heiß begehrt – allerdings nicht bei Versicherern. „Bundesanleihen kaufen wir derzeit nicht und haben es auch in der jüngeren Vergangenheit nicht getan“, sagt Nikhil Srinivasan, seit Anfang des Jahres Chief Investment Officer der italienischen Assicurazioni Generali im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das ist keine Frage der Qualität, sondern der Rendite“, sagt er. Und die sei zu niedrig. „Wir investieren in deutsche Papiere – aber nicht in Bundesanleihen.“ Mit dieser Einschätzung steht der Investment-Experte nicht alleine: Auch die Allianz winkt beim Thema Bundesanleihen ab.

Auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten setzt der italienische Versicherungskonzern vor allem auf besicherte, festverzinsliche Wertpapiere, sogenannte Asset Backed Securities (ABS), besonders auf Hypothekendarlehen, Kreditportfolios von Banken oder auch Immobilienportfolios. Auch das Geschäft mit Hypothekenkrediten für gewerbliche Immobilien soll ausgebaut werden. „Aber ich habe keinerlei Ambitionen, in das Bankgeschäft einzusteigen“, betont Srinivasan. „Kredite ohne Absicherung zu vergeben entspricht nicht unserem Geschäftsmodell.“

Generali verwaltet für Kunden rund 490 Milliarden Euro. Das meiste Geld – 81 Prozent – ist in festverzinsliche Papiere angelegt. „Regional gesehen liegt unser Schwerpunkt in Europa, da wir dort auch den größten Teil unserer Zahlungsverpflichtungen haben“, sagt Srinivasan. Infrastrukturinvestitionen steht er zurückhaltender als andere Vertreter der Branche gegenüber. „Infrastrukturinvestitionen sind relativ komplex“.

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin

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