Risiko oder Chance?
Anleihen der Euro-Krisenländer laufen heiß

Griechische Anleihen finden reißenden Absatz, spanische und italienische Bonds gehen weg wie warme Semmeln. Anleger sehen große Renditechancen in den Krisenländern. Analysten warnen jedoch vor einer Überhitzung.
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FrankfurtBei einem Blick auf den Rentenmarkt könnte man meinen, es habe die Euro-Krise nie gegeben: Griechenland, vor zwei Jahren noch dem finanziellen Kollaps nahe, fand bei einer Auktion Anfang April für seine Papiere reißenden Absatz. Auch spanische oder italienische Bonds gehen wieder weg wie warme Semmeln - im Gegenzug markieren deren Renditen ein Tief nach dem anderen.

Aus Sicht einiger Analysten riecht das inzwischen stark nach Übertreibung: „Das Risiko, das Anleger bei Investments in Peripherie-Bonds eingehen, steht in keinem Verhältnis mehr zu den Renditen“, sagt Felix Düregger, stellvertretender Direktor im Assetmanagement bei der österreichischen Schoellerbank.

Auch wenn das Gros der Experten den südeuropäischen Staaten konjunkturelle Fortschritte attestiert - „über den Berg sind sie längst noch nicht“, meint Düregger. Nach Einschätzung der EU-Kommission dürften Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung trotz eines zarten Wirtschaftswachstums hoch bleiben. Heraus stechen vor allem Griechenland und Italien. Auf dem Hellas-Staat, der mit zwei internationalen Kreditpaketen von rund 240 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt wird, lastet ein Schuldenberg von 320 Milliarden Euro. Das entspricht 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die großen Ratingagenturen schätzen die Gefahr eines erneuten Zahlungsausfalls immer noch als sehr hoch sein. Bei einem Schuldenschnitt 2012 verloren private Anleger bereits 130 Milliarden Euro.

In Italien ist der Schuldenstand mit 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ebenfalls gewaltig, die Arbeitslosenquote verharrte im März mit 12,7 Prozent nahe dem Rekordniveau. Vielen Analysten fehlt es an durchgreifenden Reformen: „Während Spanien oder Portugal in puncto Arbeitsmarkt strukturelle Änderungen in Angriff genommen haben, hinkt Italien bislang deutlich hinterher“, urteilt Commerzbank-Analyst Michael Leister.

Dennoch sind die Risikoaufschläge gerade italienischer Bonds zuletzt immer stärker zurückgegangen. Die Renditen der zehnjährigen Titel rutschten Anfang Mai unter die Drei-Prozent-Marke. Ende 2011, zu den Hochzeiten der Krise, hatten sie noch bei über sieben Prozent gelegen und die Refinanzierungskosten für Italien deutlich in die Höhe geschraubt. Sascha Rehbein, Portfoliomanager bei der Weberbank in Berlin, verfolgt den drastischen Zinsrückgang mit Skepsis: „Der große Vertrauensvorschuss, der vielen Peripherie-Staaten entgegengebracht wird, kann auch nach hinten losgehen - vor allem wenn es zu konjunkturellen Rückschlägen kommen sollte.“

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  • "...für viele Anleger eine attraktive und oftmals auch einzige Alternative..."

    Wer nur noch eine einzige Alternative hat, der hat keine gute mehr.

    Gleichzeitig deutet es an, dass der neokeynesianische Wahn, sämtliche Wirtschaftsprobleme und Konjunkturschwächen in Liquidität, Nullzins und Schulden- und Kreditexzessen zu ertränken, langsam in seiner Endphase angekommen ist.
    Daran ändert auch Draghis weiteres "Money for nothing" Getue nichts.
    Der Neokeynesianismus ist die größte, lächerlichste aber auch folgenschwerste ökonomische Irrlehre in der Geschichte der Menschheit.

  • Nachdem Herr Draghi von der EZB angekündigt hat, dass er notfalls "unbegrenzt" die Anleihen der südeuropäischen Pleitestaaten stützen wird (übrigens ein klarer Rechtsbruch), ist offensichtlich der Markt außer Kraft gesetzt - und Zinssätze und Risiken passen nicht mehr zusammen.
    Das wird nicht in alle Ewigkeit funktionieren, aber wohl noch eine Weile.
    Die deutschen Wähler hätten es in der Hand. Würden sie sich mehrheitlich entscheiden, eine eurokritische Partei zu wählen, wäre das absurde Spiel zu Ende.
    Vielleicht wacht der deutsche Schlafmichel ja doch noch irgendwann auf.

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