Risikoappetit steigt
Schwellenländer-Anleihen sind heiß begehrt

Auf der Suche nach Rendite müssen Anleger immer höhere Risiken eingehen. Eine beliebte und viel gepriesene Anlageklasse sind Bonds aus Schwellenländern. Was für die Anleihen spricht – und welche Gefahren sie bergen.
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DüsseldorfMit Anleihen aus den Industrienationen ist nicht mehr viel zu holen. Bonds mit bester Bonität wie etwa Bundesanleihen bieten nur noch Minizinsen und selbst Papiere aus den Krisenstaaten Italien und Spanien bringen kaum mehr einen Risikoaufschlag. Nur noch um die 1,3 Prozent Rendite sind hier mit Fünfjährigen einzufahren. Einzig das schuldengeplagte Griechenland bietet mit knapp 4,5 Prozent eine Rendite, von der nach Inflation, Steuern und Kosten noch was übrig bleibt. Doch gerade Privatanleger scheuen die Bonds aus den Krisenstaaten, obwohl diese Papiere zuletzt gut gelaufen sind – die Kurse erholten sich, die Renditen schmolzen.

Anleger, die auf Sicherheit setzen und Anleihen gegenüber Aktien bevorzugen, kommen aber nicht darum herum, etwas stärker ins Risiko zu gehen. Denn eine Zinswende ist nicht in Sicht, die Renditen vieler Staatsanleihen befinden sich im historischen Vergleich auf einem sehr tiefen Niveau. Gerade erst hat die Europäische Zentralbank den Leitzins wieder einmal gesenkt, von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent. Investoren müssen sich also bei extrem sicheren Anlagen bis auf weiteres mit den Minizinsen begnügen oder sie müssen umdenken.

Immer mehr Marktteilnehmer wagen sich jetzt an Anlageklassen heran, die sie vor einigen Jahren noch verschmäht haben. So beflügelt der steigende Risikoappetit vieler Investoren die Nachfrage nach festverzinslichen Wertpapieren aus Schwellenländern. Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China - bekannt als Brics - , aber auch Mexiko, viele arabische Staaten oder osteuropäische Länder müssen deutlich höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen als die Industrienationen.

„Vor dem Hintergrund niedriger Zinsen sind die höherverzinslichen Anleihesegmente, insbesondere aus den Schwellenländern, für Anleger aus Ländern mit sehr guten Bonitäten wie zum Beispiel Österreich, Deutschland, Schweiz und den USA besonders attraktiv“, sagt Alexander Fleischer, Veranlagungschef für die verzinslichen Anlagesegmente bei der Erste Asset Management.

Natürlich haben auch Hochzinsanleihen auf die Zinspolitik der Notenbanken reagiert. Die Minizinsen sind schließlich kein europäisches Phänomen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 haben die weltweit wichtigsten Zentralbanken die kurzfristigen Zinsen unisono nahe null gedrückt. Von diesen massiven staatlichen Eingriffen profitieren auch Unternehmen, die sonst nur viel schwerer an Kapital kommen würden.

Kommentare zu " Risikoappetit steigt: Schwellenländer-Anleihen sind heiß begehrt"

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  • Die Emittenten sind meist höher Verschuldet, als vor der Lehmann Pleite. Die Zahlen werden wohl nur sehr viel stärker auf dem Papier schön gerechnet. So lange es für den letzten Schrot nur Kredit zu den derzeitigen Bedingungen gibt, läuft das weiter. Frieren die Kreditmärkte mal wieder ein, oder die Zinsen beginnen zu steigen, dürfte es eine Lawine an Kreditausfällen geben. Die Zentralbanken haben seit der Lehmann Pleite das Gaspedal durchgedrückt. Kommt eine neue Krise trotzdem, haben die keine Mittel mehr, um die Krisenfolgen zu bekämpfen.

  • Wenn jeder 40zigste Titel aller Anleihen notleidend wird, dann liegt die Rendite bei Hochrisikoanleihen bei etwa 2 %, und das schon heute. Wenn nämlich Hochrisikoanleihen eine verbriefte Rendite von 5 % aufweisen, dann muss man aber für jedes 40zigste Papier 100 % Verlust gegenrechnen. Durchschnittlich muss man also geschätzte 3 % Prozent durchschnittliches Ausfallrisiko von 5 % Rendite abziehen.

    Damit lohnen sich Risikoanleihen bereits heute nicht mehr. Es ist dann nur noch ein Roulettisch, bei dem jeder 40igste verliert und 39 gewinnen.

    Ausführungen wie in diesem Artikel waren schon immer ganz sichere Vorboten der Auslösung einer Spekulationsblase.

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