Schuldenkrise
„Griechenland droht Staatspleite“

Eine Ratingagentur stuft die Bonität Griechenlands drastisch herunter. Frankreichs Finanzministerin warnt vor dem Staatsbankrott. Der griechische Amtskollege spricht vom Absturz. Das sorgt für Unruhe an den Märkten.
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FrankfurtDie US-Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands deutlich gesenkt. Die Bonität sinkt um gleich drei Noten von „BB+“ auf „B+“, wie Fitch am Freitag mitteilte. Damit folgt Fitch der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die ihre Bewertung bereits Anfang April um zwei weitere Noten reduziert hatte. Beide Agenturen beurteilen zudem den Ausblick negativ, was weitere Herabstufungen erwarten lässt.

Fitch begründet den Schritt zum einen mit Problemen bei der Umsetzung der Sparprogramme Griechenlands. Zudem verweist die Agentur auf politische Risiken. Bei dem aktuellen Rating geht die Agentur davon aus, dass Griechenland neue Hilfszahlungen durch die Europäische Union (EU) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten wird. Zudem nimmt die Agentur an, dass es zu keiner „weichen“ Umschuldung in Griechenland kommen wird. Falls die Laufzeiten griechischer Staatsanleihen doch verlängert würden, wäre das für Fitch ein „Kreditereignis“. Mit anderen Worten: Fitch würde diesen Fall als Zahlungsausfall ansehen.

Der Euro gab nach der Herunterstufung stark nach. Am späten Freitagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,4150 Dollar und damit fast zwei Cent weniger als am Morgen. „Die abrupten Kursverluste zeigen, wie nervös die Märkte derzeit sind“, sagte Devisenexperte Özgür Atasever vom Bankhaus Metzler.

Neben der Herunterstufung durch Fitch verwiesen Händler auf Meldungen, wonach Norwegen seine Hilfszahlungen an das hochverschuldete Griechenland einstellen wolle. Entsprechende Äußerungen hatte Norwegens Außenminister Jonas Gahr Store bereits am Donnerstag im Parlament getätigt. Norwegen gehört zwar dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) an, nicht aber dem Euroraum.

Auch die Ölpreise haben stark nachgegeben. In der Spitze sanken die Notierungen im Nachmittagshandel um über zwei Dollar. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juli 110,81 Dollar. Das waren 61 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass US-Rohöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 84 Cent auf 97,60 Dollar. Ausgelöst wurden die abrupten Preisrückgänge von dem deutlich festeren Dollar. Wenn der Dollar steigt, fallen in der Regel die Rohstoffpreise.

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  • Im Winter ist es im Süden nicht so heiß, da kann man dort auch mal ans Arbeiten denken... Ausreden finden sich immer!

  • Bürger lasst das dumme Gelaber sein, auf die Straße reiht euch in die Proteste ein. Wann begreift ihr endlich, dass die Herrschenden Politikbonzen euer aller Gelder komplett verfrühstückt haben? Anscheinend ist das Seil von CDU/CSU,SPD,FDP,GRÜNE u. LINKE Abhängigen immer noch Dick genug um nicht zu reißen. Spätestens jetzt müsste doch selbst den einfachsten Gemütern klar sein dass es bald vorbei sein wird. Was dann? Glaubt Ihr wirklich die Merkels, Schäubles, Steinmeiers, Tritins u. wie sie alle heißen mögen geben ihre Macht von freien Stücken ab? Die werden genauso wenn nicht schlimmer wie manch angeblicher Diktator die Polizei als auch das Militär gegen die Bürger auf die Straße schicken u. dabei bis zum äußersten gehen. Erst wenn das dumme noch arbeitende deutsche Michl-Schaf nix mehr zum fressen im Kühlschrank hat wird es aufwachen u. auf die Straßen gehen, aber dann ist es bereits zu spät! Sollen sie doch verrecken mit ihren Göttern die oben am Seil hängen !!

  • Warum ist es so schwer zu begreifen, daß es gar nicht um Krisenbewältigung geht, sondern um den Erhalt der Strukturen, Abhänigkeiten, Ausgrenzung demokratischer Kräfte? Je schlimmer Krisen sind, um so stärker sind durchschnittliche Menschen bereit, auf ihre Recht zu verzichten und auch offensichtliche Ungerechtigkeiten hinzunehmen, wenn ihnen der Eindruck vermittelt wird, daß sie ihre individuellen Lasten und Gefährdungen verringern können.

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