Schuldenschnitt für Griechenland
Anlegerschützer raten von Anleihe-Tausch ab

Sollten Privatanleger dem Schuldenschnitt zustimmen? Nein, sagen Anlegerschützer. Die Investoren hätten wenig zu verlieren – zumindest nicht mehr, als ohnehin durch einen Schuldenschnitt weg wäre.
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DüsseldorfDer Schuldenschnitt für Griechenland wird zum Drahtseilakt: Noch ist nicht klar, ob genügend Gläubiger „freiwillig“ auf ihre Forderungen verzichten. Den Anlegern bleibt Zeit bis Donnerstag, um zu entscheiden, ob sie das Tauschangebot der griechischen Regierung annehmen. Der Umtausch soll zwischen dem 8. und 11. März erfolgen. Der Ratschlag von Anlegerschützern fällt klar aus: Sie empfehlen Privatanlegern, das Angebot abzulehnen.

„Wir raten […] insbesondere Investoren, deren Papiere kurze Restlaufzeiten haben, das Angebot nicht anzunehmen“, sagte Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Montag.

Der Schuldenschnitt betrifft ausstehende Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 206 Milliarden Euro. Insgesamt sollen private Gläubiger auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Athen verzichten. Für die restlichen 46,5 Prozent erhalten sie neue Wertpapiere.

In Form einer 30-jährigen griechischen Anleihe mit EFSF-Absicherung fließen 31,5 Prozent, in Form von EFSF-Papieren mit ein oder zweijähriger Laufzeit weitere 15 Prozent. Zusätzlich gibt es zu der griechischen Anleihe ein Wertpapier, das vom Wirtschaftswachstum Griechenlands abhängt. Für die neuen Anleihen wird britisches Recht gelten. Das Programm soll bis 2042 laufen.

Durch den Forderungsverzicht und die veränderten Konditionen könnten sich die Verluste nach Meinung von Experten auf mehr als 70 Prozent des Nominalwerts summieren. Angesichts so hoher Einbußen, überlegen viele Anleger, ob sie das Angebot tatsächlich annehmen sollen.

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Kommentare zu " Schuldenschnitt für Griechenland: Anlegerschützer raten von Anleihe-Tausch ab"

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  • Ich lese da durchaus was Anderes auf seite 22:

    "If less than 75% ... have been validly tendered...and the Republic has not obtained consent...to put into effect the Amendments...representing at least 75% of the aggregate principal amount...the Republic will not proceed..."

    Also: Wenn weniger als 75 % dem Tausch zustimmen, und weniger als 75 % den Amendments zustimmen, dann wird die Sache abgeblasen. Was passieren wird, wenn zwar weniger als 75 % umtauschen wollen, aber mehr als 75 % den Amendments zustimmen, wird überhaupt nicht gesagt.

  • Nein, das Handelsblatt hat recht.

    Auf Seite 22 des Memorandums steht ganz deutlich, dass Griechenland bei weniger als 75% die CAC aktivieren will, wenn 2/3 der Gläubiger dem zugestimmt haben.

    Erst wenn man es so nicht schafft auf die 75% Quote zu kommen, wird der Deal abgeblasen.

  • Das kommt einer Zwangsenteignung gleich , denn das hat es im Zweiten Weltkrieg auch gegeben.Da sind Gerichts Verfahren schon vor Programmiert.

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