Schuldenschnitt für Griechenland
Die Leiden eines Privatanlegers

Die Großbanken haben den Schuldenschnitt mit Griechenland ausgehandelt. Doch was passiert eigentlich mit den kleinen Anlegern? Mancher gerät jetzt ins Schwitzen. Ein Betroffener berichtet, wie er um sein Geld bangt.
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Ich habe wohl noch einmal Glück gehabt, denn in der vergangenen Nacht haben die Euro-Finanzminister ein neues Rettungspaket für Griechenland geschnürt: 130 Milliarden Euro ist es schwer. Das wird den Griechenland-Anleihen in meinem Depot sicher gut tun. Jawohl, ich bekenne mich: Ich bin seit Juli 2011 privater Gläubiger des Fast-Pleite-Staates.

Ich weiß nicht mehr so genau, welcher Teufel mich im Sommer geritten hat. Meine Frau hatte ihre Hände mit im Spiel. Sie hatte mich auf ein Spiegel-Interview mit dem Hannoveraner Finanzprofessor Stefan Homburg aufmerksam gemacht. Sicher war auch es Homburg selbst. Der hatte in dem Interview freimütig bekannt, er habe „in den letzten Tagen … einen namhaften Betrag in griechische Anleihen gesteckt.“ Renditeerwartung: 25 Prozent. Risiko: überschaubar.

Er schlafe wunderbar, so erzählte Homburg, weil er an die „grenzenlose Dummheit der Bundesregierung“ glaube. „Sie wird zahlen." Und auch Gründe für moralische Skrupel gebe es keine, „weil ich die Rettungsmaßnahmen unfreiwillig durch meine Steuern mitfinanziere, ist es doch in Ordnung, wenn ich auch von den Gewinnen einen Teil erhalte. Warum sollten denn ausschließlich Banken und Hedge-Fonds profitieren?“ Das klang plausibel. Trotzdem zögerte ich noch. Sollte ich wirklich in ein Land investieren, das kurz vor dem Kollaps stand?

Meine eher risikofreudige Frau zeigte sich dagegen wild entschlossen. Die zu erwartende Rendite der gepriesenen Hellas-Kurzläufer sei attraktiv und so, wie Professor Homburg es beschrieben hatte, scheine das Investment sicher. Ich gab schließlich nach und orderte griechische Anleihen – allerdings nur mit kleinem Einsatz: Nominalwert 1.000 Euro, Laufzeit bis 18. Mai 2012. Der Kurs betrug 83,98 Euro, also stehen seitdem knapp 840 Euro auf dem Spiel.

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Mich hat niemand gefragt!

Kommentare zu " Schuldenschnitt für Griechenland: Die Leiden eines Privatanlegers"

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  • Wir als Kleianleger protestieren. Frau Merkel soll nicht nur Griechenland schützen aber uns auch. Wir sollen ein Kleinanger Community gründen und massive via Internet protestieren

  • Als Kleinanleger verstehe ich eins nicht. Wir sind als Deutsche zweimal bestraft. Erst unterstützt die Frau Merkel Griechenland mit Steuergeldern, dass sie ihre Schulden tilgen können. Aber Griechenland will den Kleinanlegern auch die Anleihen nicht zurückzahlen und uns noch bestrafen, dass wir Euro-Anleihen gekauft haben. Die Merkel soll die Kleinanleger jedenfalls schützen. Wir Kleinanleger sollen jedenfalls die Euro Union verklagen, damit die Kleinanleger Ihr Geld züruckkriegen. Sonst ist das ganze Vertrauen in den Euro dahin.

  • Ich habe 20000,€ hart Verdienstes Geld Verloren. Ich bin kein bank und auch kein Zocker. Ich hab gedacht die Euro Anleihen sind bis 2013 gesichert. Ich weiss nicht was ich machen soll. Wenn wir zum Austausch nicht zustimmen was genau passiert.
    Klein Anleger muss jedenfalls geschützt werden sonst ist Euro kein Vertrauenwürdiges Geld.

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