Steilmann-Insolvenz
Getrickst und zugenäht

PremiumMichele Puller war beim Textilriesen vor zehn Jahren als Retter angetreten und hat 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt. Nach der Insolvenz stellt sich heraus: Steilmann hatte seit Jahren finanzielle Probleme.

DortmundAm Ende kommt er nicht mal mehr in die Betriebsgarage. Donnerstag, der 30. Juni 2016, Firmengelände der Steilmann Gruppe in Bergkamen. Jahrelang war Michele Puller hier König. Jetzt bleibt sein italienischer Sportwagen weggesperrt. Statt des Fuhrparkleiters übernimmt der Insolvenzverwalter. Es folgen bittere Minuten. Von ihren Fenstern beobachten Dutzende Mitarbeiter, wie ein Abschleppwagen den Maserati Quattro Porte an den Haken nimmt. Pullers Edelschlitten wird zur Insolvenzmasse.

Michele Puller ist tief gestürzt. 2006 trat er als Retter von Steilmann an. Familienerbin Ute Steilmann hatte schon einen Insolvenzantrag angekündigt, da übernahm die italienische Miro-Radici-Gruppe und schickte Michele Puller als Heiland zum damaligen...

 
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