Sukuk-Anleihen
Geld anlegen mit Allah

Immer mehr Anleger lassen ihr Geld nach den Regeln des islamischen Rechts, der Scharia, verwalten. Insbesondere die Nachfrage nach speziellen Anleihen – den so genannten Sukuk-Papieren – zieht kräftig an. Aber auch für Nicht-Muslime bieten die Scharia-konformen Bonds Chancen.

FRANKFURT. Anders als herkömmliche Anleihen sind Sukuk-Papiere zum größten Teil mit Immobilien, Grundstücken oder Ähnlichem unterlegt. „Fürchtet Allah und verzichtet auf ausstehenden Zins, wenn ihr wirklich Gläubige seid“, heißt es im Koran. Sukuk-Papiere stehen im Einklang mit dem islamischen Recht, denn im Unterschied zur gewöhnlichen Anleihe werden die Gläubiger der islamischen Variante zu wirtschaftlichen Eigentümern einer Immobilie oder eines anderen Wirtschaftsguts und erhalten als solche eine Leasing- und keine Zinszahlung.

Die Bedeutung von Sukuk-Bonds ist rasant gestiegen, seit sie vor sechs Jahren erstmals in Malaysia aufgelegt wurden. Nach Schätzungen von Experten wächst der Markt mit jährlichen Raten um etwa 15 Prozent, aktuell kommt er auf ein Volumen von 40 Mrd. Dollar.

Und nicht nur im Nahen Osten nimmt die Fangemeinde zu. „Wir beobachten in den vergangenen drei, vier Jahren ein steigendes Interesse bei Investoren aus Europa, Asien und den USA“, sagt Raymond Harte, der bei Dresdner Kleinwort den Bereich Schwellenländer verantwortet. „Ich habe rund einem Drittel meiner nicht-muslimischen Kunden Sukuk mit ins Portfolio gemischt“, ergänzt John Sandwick vom Schweizer Vermögensverwalter Encore.

Allerdings hält das Angebot mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden gerade einmal islamische Bonds mit einem Volumen von 13,7 Mrd. Dollar aufgelegt. Und der Handel funktioniert kaum: „Wer einmal einen Sukuk besitzt, hält ihn in der Regel bis zum Ende der Laufzeit“, sagt Sandwick. Zudem hat ein durchschnittlicher Sukuk lediglich ein Volumen zwischen 150 bis 300 Mill. Dollar.

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