Termin im Januar
Aareal Bank plant ersten Jumbo

Die mitten in der Restrukturierung befindliche Immobilienbank Aareal plant nach den Worten von Vorstandschef Wolf Schumacher für Januar 2006 die Emission ihres ersten Jumbo-Pfandbriefs. Gleichzeitig soll das Volumen der notleidenden Kredite in den kommenden zwei bis drei Jahren deutlich abgeschmolzen werden.

FRANKFURT. Schumacher hatte die mit hohen Kreditrisiken kämpfende Bank im April übernommen und stellt nun nach einem Kehraus der Bilanz für 2006 wieder Gewinne in Aussicht.

„Wir planen unseren ersten Jumbo-Pfandbrief mit einem Volumen von rund einer Mrd. Euro für Januar 2006“, sagte Schumacher in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Die Refinanzierung über Pfandbriefe soll von derzeit rund zehn Prozent auf mittlere Sicht auf 40 bis 60 Prozent steigen“, fügte er hinzu. Damit sollen die Refinanzierungskosten der Bank um rund fünf Mill. Euro im Jahr gesenkt werden. Wegen der zuletzt gestiegenen Kapitalmarktzinsen und der traditionell starken Nachfrage zu Jahresbeginn habe er sich für den Januar als Platzierungstermin entschieden. „Zusammen mit unserem Neugeschäft von fünf Mrd. Euro in den ersten neun Monaten zeigt der Jumbo, dass wir auf dem Weg aus der Krise sind“, fügte er hinzu. Er betonte, das Neugeschäft sei breit gestreut und ohne Klumpenrisiken, keine Region habe mehr als 16 Prozent Anteil daran.

Die Aareal Bank war unter Schumachers Vorgänger Karl-Heinz Glauner 2004 wegen fauler Kredite tief in die Verlustzone geraten. Schumacher hatte nach seinem Amtsantritt eine detaillierte Überprüfung der Kreditbücher des Immobilienfinanzierers veranlasst. Die Folge: Eine neuerlich erhöhte Kreditvorsorge und tiefrote Zahlen nach neun Monaten sowie eine Kapitalerhöhung um 100 Mill. Euro. Außerdem werden 20 Prozent der Stellen gestrichen. Damit sei die Vergangenheit bewältigt, sagte Schumacher. Nun peilt er für 2006 einen Gewinn vor Steuern von 120 bis 140 Mill. Euro an, 2007 soll eine Dividende gezahlt werden.

An der Börse machte sich der Bilanzputz bereits positiv bemerkbar. Die Aktie stieg seit Anfang November um rund ein Fünftel auf fast 33 Euro. „Der Markt gibt Herrn Schumacher Vorschusslorbeeren. Aber er wird daran gemessen, dass er seine eigenen Vorgaben auch erfüllt“, sagte Metehan Sen, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim.

Zum Sanierungsprogramm Schumachers gehört auch die Reduzierung der Zahl der Unternehmenseinheiten um 30 auf 156 sowie der Verkauf von Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Bereits verkauft wurde die Aareal Hypotheken Vermittlung an eine Tochter der Hypo-Vereinsbank. Bis Jahresende soll auch die Kreditfabrik Aareal Hypothekenmanagement veräußert werden. Zum Stand der Verhandlungen wollte sich Schumacher nicht äußern. Als Interessenten gelten Finanzkreisen zufolge die VR Kreditfabrik der Genossenschaftsbanken, der Kreditabwickler Crown sowie die Beratungsfirma Accenture. Weitere Unternehmensverkäufe stünden derzeit nicht an, aber man habe klare Performance-Ziel gesetzt, sagte Schumacher.

So muss die Beratungstochter Aareon eine Marge von 15 Prozent vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwirtschaften. Aktienexperte Sen hält dies für einen vernünftigen Schritt: „Ein Verkauf von Aareon wäre vorher ohnehin nicht sinnvoll.“ Schumacher will das Volumen der notleidenden Kredite (NPL) noch in diesem Jahr senken. „Es ist geplant, in den kommenden zwei bis drei Monaten zwei Tranchen zu verkaufen.“ Bislang hatte sich die Aareal zum Ziel gesetzt, ihr NPL-Volumen noch in diesem Jahr auf 2,1 Mrd. Euro von aktuell rund 2,5 Mrd. Euro durch Verkäufe zu senken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%