Unternehmensanleihen
Fondsmanager fordern besseren Anleihehandel

Vermögensverwalter fordern einen liquideren Handel mit Unternehmensanleihen an den Börsen. Die DWS führt bereits Gespräche mit der Deutschen Börse. Das Ziel: Mehr Transparenz und handelbare Preise.

FRANKFURT. Der zunehmend schwierige Handel mit Unternehmensanleihen treibt Fondsmanager auf die Barrikaden. Sie wollen, dass der Handel mit den Firmenbonds transparenter und liquider wird und fordern deshalb eine bessere Ausführung an der Börse. Vorreiter dabei ist Deutschlands größte Fondsgesellschaft DWS, die bereits ein erstes Sondierungsgespräch mit der Deutschen Börse geführt hat. "Investoren brauchen Transparenz und handelbare Preise", sagt DWS-Geschäftsführer Thomas Richter.

Das klingt logisch, dennoch kommt der Vorstoß der DWS einer Revolution im Anleihehandel gleich. Denn Bonds werden traditionell vorwiegend zwischen Banken und institutionellen Investoren am Telefon oder über außerbörsliche elektronische Handelsplattformen gehandelt. An den Börsen findet nur ein Bruchteil der Umsätze statt. Anders als bei Aktien werden bei Anleihen aber auch an der Börse Kauf- und Verkaufswünsche nicht automatisch abgeglichen und ausgeführt. Die dadurch entstehende Intransparenz war von Investoren bislang durchaus gewollt, weil undurchsichtige Märkte auch Chancen auf bessere Margen bieten.

Das funktioniert aber schon lange nicht mehr. "Investmentbanken haben in der Krise kaum noch Preise gestellt", klagt Klaus Kaldemorgen, Deutschlandchef der DWS. Der illiquide Handel hat auch die europäische Vereinigung der Wertpapieraufseher CESR auf den Plan gerufen. Sie konstatiert, dass es für die Investoren viel schwieriger geworden ist, Anleihen zu verkaufen. Als Problem sehen die Aufseher auch die deutlich gestiegenen Spannen zwischen An- und Verkaufskursen.

Nach Vorstellung der DWS könnte die Börse eine Bank als sogenannten Market Maker bestimmen, der verbindliche Preise stellt und die entsprechenden Aufträge zu diesen Preisen ausführt. Denkbar sei auch Preisfindung und Ausführung zu trennen. In diesem Modell würde der Preis vom Market Maker ermittelt, andere Banken müssten die Bonds zu diesen Preisen an- oder verkaufen. "Es geht zunächst um einen beschränkten Emittentenkreis etwa aus dem Dax 30 und dem Euro Stoxx 50, und es geht um verbindliche Preise für ein begrenztes Volumen", erläutert Kaldemorgen. Demnächst wollen die DWS-Vertreter konkrete Vorschläge mit den Börsenverantwortlichen besprechen. Die Börse ist nach Angaben eines Sprechers bereit zu prüfen, wie der Handel verbessert werden kann.

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