Volumina gekürzt
Bund plant weniger Bonds

Der Aufschwung ist da und das macht sich nun auch bei Staatsanleihen bemerkbar: Die Bundesregierung kürzt die erwarteten Emissionsvolumen um drei Milliarden Euro. Diese Kürzungen kommen für Experten nicht überraschend. Höhere Steuereinnahmen könnten dies nun sogar zum Regelfall werden lassen.

FRANKFURT. Die unerwartet hohen Steuereinnahmen in Deutschland machen sich jetzt auch am Anleihemarkt bemerkbar. Der Bund braucht weniger Geld und wird im dritten Quartal nur Anleihen über 36 Mrd. Euro begeben. Das seien drei Mrd. Euro weniger als zunächst geplant, teilte gestern die Finanzagentur mit. Sie ist quasi als oberster Schuldenmanager für die Refinanzierung und die Liquiditätssteuerung Deutschlands verantwortlich.

Von der reduzierten Emissionsplanung sind drei Anleihen betroffen, deren Volumen jeweils um eine Mrd. Euro kleiner ausfällt als im Dezember avisiert. So wird die zehnjährige Bundesanleihe am 4. Juli nicht um sieben, sondern nur um sechs Mrd. Euro aufgestockt. Das Volumen der 30-jährigen Anleihe wird am 25. Juli um nur vier statt fünf Mrd. Euro erhöht. Die neue fünfjährige Bundesanleihe, die am 26. September ansteht, wird sechs Mrd. statt sieben Mrd. Euro schwer. Daneben gibt es – wie vorgesehen – drei weitere Anleiheaufstockungen beziehungsweise Emissionen über insgesamt 20 Mrd. Euro. Am Geldmarkt wird der Bund zudem drei unverzinsliche sechsmonatige Bundesschatzanweisungen (Bubills) über insgesamt 18 Mrd. Euro platzieren.

Die Finanzagentur stellt jeweils im Dezember ihre groben Refinanzierungspläne für das kommende Jahr vor. Dabei legt sie fest, welche Anleihen sie pro Monat aufstockt oder begibt und nennt die Volumina. Für jedes Quartal gibt es dann einen Kalender mit Datum und Emissions- oder Aufstockungsbeträgen. Damit hebt sich Deutschland von anderen Ländern ab, die ihre Kapitalmarktpläne nicht so detailliert vorstellen. Mit dem Verfahren wollen die Schuldenmanager Investoren Planungssicherheit geben.

Für Analysten kommen die jetzigen Kürzungen nicht unerwartet. Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hatte bereits vor zwei Wochen betont, dass die Nettokreditaufnahme des Bundes in diesem Jahr deutlich unter den budgetierten 19,6 Mrd. Euro liegen wird. Auch im kommenden Jahr werde die Neuverschuldung die angekündigten 20 Mrd. Euro erheblich unterschreiten. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will die Nettokreditaufnahme bis zum Jahr 2011 auf Null abbauen. In den ersten fünf Monaten hat der Bund Steuern über gut 84 Mrd. Euro eingenommen und damit deutlich mehr als erwartet.

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