Warren Buffett
„Kreditwürdigkeit ist wie Jungfräulichkeit“

Der Großinvestor Warren Buffett glaubt fest daran, dass der amerikanische Staat seine Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern erfüllt. Rechnungen nicht zu bezahlen, wäre verrückt.
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New YorkDer bekannte Investor Warren Buffett vertraut trotz des Budgetstreit auf die Zahlungsbereitschaft der USA. Er glaube nicht, dass die Regierung ihre Rechnungen nicht bezahlen werde. Falls dies doch passiere, wäre das „ein reiner Akt von Idiotie“, sagte der Chef des Mischkonzerns Berkshire Hathaway in einem Interview des US-Wirtschaftssenders CNBC.

Eine gewaltige Veränderung in der Welt würde es bedeuten, wenn die Menschen das Vertrauen in die Zahlungsbereitschaft der amerikanischen Regierung verlieren würden. Schon wenn nur darüber nachgedacht würde, wäre dies „völlig verantwortungslos”. Diese Option sollte aus dem Arsenal der beiden Parteien verbannt werden.

„Kreditwürdigkeit ist wie Jungfräulichkeit - sie kann bewahrt, aber nicht so leicht wiederhergestellt werden“, sagte Buffett. „Es ist also verrückt, damit herumzuspielen.“ Er fügte hinzu: „Die Drohung, das Schuldenlimit nicht zu erhöhen, obwohl man das Geld schon ausgegeben hat, ist wie eine politische Massenvernichtungswaffe.“

Es gebe bestimmte Dinge, die man nicht benutzen sollte. Er wisse, dass dies zwar in der Vergangenheit passiert sei. „Aber wir haben 1945 auch die Atombombe benutzt und wir haben entschieden, dass wir so etwas nicht noch einmal tun wollen.“

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Herr Buffett scheint ein sehr junger Börsianer zu sein. Die USA waren niemals als solventer Schuldner bekannt. Dieser Staat beginnt seine Geschichte mit Schulden und wird mit Schulden auch die Bühne der Geschichte wieder verlassen.


    Ein Beispiel:

    Die USA hatten nach dem zweiten Weltkrieg einen enormen Schuldenberg angehäuft, diesmal konnte man nicht wie im ersten Weltkrieg den Verlierern des Krieges die Kosten übertragen (Erfahrung aus der Geschichte).

    Die USA lösten das Problem folgendermaßen:

    Eine maßvolle Inflation (4-5 Prozent) und ein hohes Wirtschaftswachstum. Damit entledigte man sich den Schulden.

    Japan löste die Schuldenproblematik durch eine Hyperinflation.

    Die Bundesrepublik Deutschland durch eine Währungsreform.

    Ein hohes Wirtschaftswachstum ist in den USA nicht mehr zu erwarten, darum wird die USA höchstwahrscheinlich die Schulden weginflationieren.

    Solange aber der Dollar die Leitwährung der Welt ist werden wir unseren Anteil
    an der Inflation haben (Der Dollar ist seit 1944 die Leitwährung der Welt und nicht mehr das Englische Pfund)

    Die Aussage aus der USA lautet: Unsere Währung, Euer Problem

  • Dem stimme ich zu. Eine andere Frage ist ja auch, was sind die Alternativen zum USD? Der Euro? Der Renminbi? Solange die nicht existiert, werden sie so weitermachen können. Buffett ist clever, und er weiß, dass seine Statements entsprechende Aktionen anderer Anleger auslösen. Natürlich zu seinem Vorteil.

  • Nominal gesehen hat Buffett garantiert Recht. Niemand wird die Ökonomie zusammenbrechen so lange es möglich ist fehlendes Geld einfach per Tastendruck/Druckerpresse zu erschaffen.
    Die spannende Frage ist jedoch eine Andere: Wiviel wird man für 1 Greenback in ein paar Jahren kaufen können.
    Die Preisstabilität ist nur so lange gewährt wie es noch Schuldner gibt die ihre Verbindlichkeiten durch Anbieten von Waren/Dienstleistungen bedienen wollen. Wenn diese Front einmal beginnt zu bröckeln - dann droht eine Geldentwertung die weil selbstverstärkend auch nicht mehr aufzuhalten sein wird.

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