Aktienkurse werden weiter schwanken
Dax-Ausblick: Starke Nerven gefragt

Anleger brauchen auch in der neuen Woche starke Nerven. Die Börsen werden Achterbahnen gleichen in einem in den zurückliegenden Jahren ungekannten Ausmaß, vermuten Marktbeobachter. Die US-Hypothekenkrise lastet weiterhin schwer auf den Märkten, die aber sofort mit Erleichterung auf Nachrichten wie die Zinssenkung der US-Notenbank reagieren.

HB FRANKFURT. Die Börsen werden auch in den nächsten Tagen von der Sorge umgetrieben, die Krise am US-Hypothekenmarkt könne auf die Weltkonjunktur übergreifen. Diese Frage werde weiter die Richtung an den Aktienmärkten bestimmen, meinen die Marktstrategen. Neue Hiobsbotschaften über Schieflagen von Hypothekenbanken oder weitere Fondsschließungen könnten nach Einschätzung der Beobachter den Dax unter Druck setzen. Stützen könnten dagegen Zinssenkungsfantasien, nachdem die US-Notenbank am Freitag einen ihrer Zinssätze herunterschraubte. „Nervosität und hohe Kursschwankungen dürften die Aktienmärkte in den nächsten Tagen prägen“, sagt Tobias Basse von der NordLB. Auch Andy Sommer von der HSH Nordbank erwartet, dass die Unsicherheit im Markt bleibt. „Es gibt ein großes schwarzes Loch. Keiner weiß, welche Firmen noch von der US-Hypothekenkrise betroffen sein könnten.“

Nachrichten über in Schwierigkeiten geratende Finanzinstitute beunruhigen die Anleger immer wieder aufs Neue. So hatte wegen der Immobilienkrise First Magnus Financial, eine der größten privaten Hypothekenbanken der USA, ihre Kreditvergabe eingestellt. Als Begründung führte das Management an, dass wegen der zunehmenden Risikoscheu an den Finanzmärkten keine Investoren als Käufer für die Baudarlehen mehr gefunden werden konnten. Die Risikoscheu der Investoren hatte dem japanischen Aktienmarkt am Freitag mit über fünf Prozent die stärksten Kursverluste seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA beschert.

Beistand erhalten die Investoren von den Notenbanken, die rund um den Globus die Finanzmärkte mit zusätzlicher Liquidität versorgt hatten. Am Freitag Nachmittag senkte die US-Notenbank (Fed) überraschend den Diskontsatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen können, um einen halben Prozentpunkt auf 5,75 Prozent. Die Kurse an den Börsen in Frankfurt, London, Zürich und Paris schossen daraufhin nach oben. „Das ist eine wichtige Botschaft. Die Notenbanken signalisieren damit, dass sie zur Unterstützung zur Verfügung stehen“, sagte Max Holzer, Leiter Portfoliomanagement bei Union Investment. Für Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba hat die Fed damit den Grundstein für eine Senkung des zentralen US-Zinssatzes für Tagesgeld, der derzeit bei 5,25 Prozent liegt, im September gelegt. „Viele hatten schon darauf gesetzt, aber jetzt ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch“, sagte er.

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