Aktienmärkte
Dax-Ausblick: Im Griff der Konjunktur

Nach der erwarteten Zinserhöhung in den USA richten Börsianer wieder ihren Blick auf Konjunkturdaten. Die sehen zwar im Augenblick gut aus, die Aktienkurse indes werden eher von der Erwartung künftiger Trends bestimmt.

HB FRANKFURT. In der kommenden Woche dürfte sich der Blick der Anleger am deutschen Aktienmarkt vor allem auf Konjunkturdaten richten. Den Leitindex Dax könnte dies nach Ansicht von Börsianern aber wenig beeindrucken. „Wir rechnen mit einer Seitwärtsbewegung der Märkte. Das Gesamtbild ist weiterhin unsicher“, sagte Aktienstratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Der Dax werde zwischen 5 600 und 5 700 Zählern pendeln. In der vergangenen Woche hatte er mehr als zwei Prozent zugelegt und steuerte am Freitag auf 5 700 Punkten zu. Von den deutschen Unternehmen sind nach Einschätzung von Analysten vor Beginn der US-Quartalssaison keine Impulse zu erwarten. Der Markt fokussiere sich daher auf neue Wirtschaftsdaten.

Im Mittelpunkt sehen die Beobachter aber auch die Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Börsianer erwarten davon Hinweise auf Ausmaß und Tempo der weiteren Zinspolitik. Mit einer Erhöhung des Leitzinses rechnen sie nicht, erhoffen sich aber von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet Hinweise auf die nächsten Zinsschritte. Trichet hat es bisher vermieden, sich zum Zeitpunkt zu äußern. Eine Reihe von EZB-Ratsmitgliedern hatte in dieser Woche aber Spekulationen genährt, die Notenbank könnte das Tempo anziehen. Seit Dezember hat die EZB quartalsweise in drei Schritten die Zinsen um je 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent angehoben.

Die US-Notenbank Fed hatte am Donnerstag den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 5,25 Prozent erhöht. In der anschließenden Erklärung wiesen die Währungshüter jedoch darauf hin, dass eine Abkühlung der Wirtschaft die Inflationsrisiken etwas dämpfen sollte. Das weckte Hoffnung auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen. Dennoch sehen Börsianer noch keine durchgreifende Erholung der Kurse: „Wir erwarten nicht, dass die Ampeln für die Aktienmärkte auf grün geschaltet sind, das Umfeld ist weiterhin schwierig“, sagte HVB-Aktienstratege Tammo Greetfeld. Senftleben teilt seine Einschätzung: „Man traut der Erholung nicht so richtig.“

Auch die Konjunkturdaten der kommenden Tage dürften die Zweifel nicht wegwischen. „Es sind alles Mosaiksteinchen im Gesamtbild“, sagte LRP-Stratege Michael Köhler. Selbst wenn der am Montag fällige Juni-Index der Einkaufsmanager in der Eurozone positiv ausfalle, könnten die Daten aus USA eher eine Abkühlung der US-Konjunktur signalisieren und die Aktienmärkte belasten, schätzt Senftleben. „Die europäischen Erzeugerpreise werden ebenfalls keine Entspannungssignale liefern, das Bild hat sich eher verschlechtert.“ Die Daten werden am Dienstag veröffentlicht. Für Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht für Juni erwartet. „Es gibt zwar Anzeichen für eine gewisse Verengung des US-Arbeitsmarkts“, sagen die HVB-Analysten. „Allerdings sind die Verspannungen weit weniger ausgeprägt als während der Boomphase in der zweiten Hälfte der 90er Jahre.“ Am Dienstag sind die Börsen in den USA wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen.

Bei den Unternehmensterminen dürfte vor allem die neue Rangliste für den Dax im Blick stehen, die am Mittwoch bekanntgegeben wird. Am Donnerstag läuft zudem die Frist für die Schering-Übernahme durch Bayer ab. Bis dahin dürfte es an den Börsen ruhig zugehen: Da in den USA am Dienstag, 4.Juli, der Unabhängigkeitstag begangen wird, dürften zahlreiche US-Marktteilnehmer den Montag als Brückentag nehmen.

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