Anbieter fürchten Preiserhöhungen
Deutsche Börse ändert Lizenzgebühren-Modell

Die Deutsche Börse hat angekündigt, ab Sommer ein neues Lizenzgebühren-Modell für Zertifikate-Emittenten einzuführen. Bei einigen Banken stößt das Konzept, das bisher in einer leicht abgewandelten Version nur für Produkte auf den DivDax angewendet wird, auf Kritik. Sie fürchten, dass sie in Zukunft höhere Gebühren für ihre Produkte zahlen müssen.

pam DÜSSELDORF.Das neue Modell betrifft Lizenzen, die für Produkte auf Mitglieder der Indexfamilie der Deutschen Börse fällig werden. Im Detail ist vorgesehen, dass die Emittenten bei Einzelemissionen von Hebelprodukten 3 000 Euro an den Börsenbetreiber überweisen sollen. Gleichzeitig können große Emissionshäuser jährliche Blockkontingente erwerben. Die ersten 200 sowie weitere 200 Emissionen kosten dann jeweils 75 000 Euro. Für weitere 75 000 Euro können die Banken die Gebühren für sämtliche Produkte jenseits der 400er-Marke abdecken. Bei Open-end-Produkten werden die Gebühren demnächst anhand des von dem Emittenten eingesammelten Kapitals berechnet. Je nach Volumen werden jährlich zwischen zwei und zwölf Basispunkten fällig.

Bisher mussten die Anbieter nach Zahlung einer jährlichen Grundgebühr von 75 000 Euro für jede einzelne Emission – egal ob Hebel- oder Anlageprodukt – 500 Euro zahlen. Einige Zertifikate-Anbieter befüchten daher nun, dass die Gebühren gerade bei den Anlageprodukten kräftig steigen werden. Wenn die Börse die Gebührenstruktur verändert, werde es doch eher teurer als billiger, heißt es in Bankreisen. Für offizielle Stellungnahmen waren die Emittenten gestern jedoch nicht zu erreichen.

Die Deutsche Börse wies die Kritik zurück. Sie rechnet vielmehr damit, dass die durchschnittlichen Gebühren um rund 23 Prozent sinken. Den Beispielrechnungen der Börse zufolge soll ein Emittent, der 800 Hebelprodukte auflegt und 150 Mill. Euro unter Management habt, sogar 40 Prozent einsparen. Für einen Haus mit 500 Hebelprodukten und 100 Mill. Euro verwalteten Mitteln sollen die Gebühren um 20 Prozent sinken. Zudem garantiert der Börsenbetreiber, dass in den nächsten zwölf Monaten kein Emittent mehr zahlen muss als noch im vergangenen Jahr.

Mit dem neuen Modell reagiere die Börse auf den boomenden Zertifikatemarkt, sagte ein Sprecher. Mit der gescheiterten Übernahme des britischen Börsenbetreibers LSE und der anschließend von Banken geforderten Senkung der Gebühren habe dieser Schritt nichts zu tun.

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