Anleger
Zahl der Aktionäre in Deutschland gesunken

Rund 1,3 Millionen Anleger haben sich im zweiten Halbjahr 2012 von der Börse verabschiedet. Damit ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland weiter deutlich gesunken.
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FrankfurtNach dem starken Anstieg der Börsenkurse vergangenes Jahr haben sich viele Aktien- und Fondsbesitzer in Deutschland im zweiten Halbjahr laut einer Studie wieder aus dem Kapitalmarkt verabschiedet. Insgesamt habe es in der zweiten Jahreshälfte mehr als 8,8 Millionen Aktionäre oder Besitzer von Aktienfondsanteilen gegeben, teilte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Im ersten Halbjahr seien es noch fast 10,2 Millionen Aktionäre und Fondsbesitzer gewesen.

Der starke Anstieg des Deutschen Aktienindex (Dax) im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent könne „viele Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst haben“, erklärte DAI-Chefin Christine Bortenlänger. Zuvor habe es im ersten Halbjahr einen enormen Anstieg der Aktionärszahlen gegeben. Hintergrund sei die Diskussion um die Sicherheit des Euros gewesen und das Risiko von Inflation sowie das allgemein niedrige Zinsniveau im Vergleich zu den Renditen von Aktien.

Mittlerweile jedoch habe sich die Diskussion um die Sicherheit des Euros „stark beruhigt“, erklärte Borgenlänger. Ein Trend zur Inflation habe sich „bislang auch nicht eingestellt". "Die Anleger haben sich scheinbar an die Dauerkrise gewöhnt, sodass das Angstmotiv für die Aktienanlage entfallen ist", erklärte die DAI-Chefin.

Von den mehr als 8,8 Millionen Aktien- und Aktiensfondsanlegern hätten 2,80 Millionen im zweiten Halbjahr ihr Geld ausschließlich in Anteilsscheine von Unternehmen gesteckt gehabt, teilte das DAI mit. 4,66 Millionen hätten nur Aktienfondsanteile gehalten und 1,37 Millionen sowohl Aktien als auch Fondsanteile. Gegenüber dem bisherigen Höchststand der Aktionärs- und Fondsbesitzerzahlen im Jahr 2001 (rund 12,85 Millionen Anleger) entsprächen die aktuellen Zahlen einem Rückgang um 31,2 Prozent.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Rausschmiss

    Welche Leidenschaft verschafft uns dieser Artikel? Schelchtes kann man und solte man nicht hinterherwerfen. Dazu muss auch noch gesagt werden, dass die sogenannte "unabhängige Richterschaft" und Staatsanwaltschaft nicht fähig und ausgebildet sind, das Ausmass des Betruges in den Unternehmen ausfindig zu machen. Der Fall Hess lässt Grüßen. Auch bei der Commerzbank, wo ich selbst vor dem LG ung OLG Frankfurt am Main gegen diese vorgegangen bin, wurd ich abgewürgt. Ich vermute, dass die Beteiligung des Bundes (Soffin) mit dahinterstand. Denn damit wären zusätzliche Kosten angefallen, die das Image der Coba weiter beschädigt hätte und der Kurs der Aktie weiter an Boden verloren hätte. Dann auch noch unter die Ein-Euro Grenze. Dazu sei noch angemerkt, dass die Coba selbst einen Schein (Zertifikat) herausgegeben hat, wenn der Wert der Coba - Aktie unter die Ein-Euro Marke fallen würde, derjenige der den Schein erworrben hätte noch Geld verdient. Doch das wird die Coba zu verhindern Wissen. Denn deis kann nur durch Eigenhandel wie acu immer betrieben werden. Das war nur ein Beispiel. Dazu komme noch hinzu, dass die Versicherungs - und Fondsbranche es wissen will dass das Geld fokussiert in ihre Produkte kanalisiert werden soll. Das Geld (Erfolg)soll nicht dem mündigen Geldanleger zugestellt werden, nein die hiesige Finanzbranche will unter sich bleiben. So hat die Lobby-Mafia der Banken und Versicherungen ihr Ziel erreicht. Jetzt Jammern, Deutschland ist kein Aktionärsland, liegt im strukurellen Bereich und mit darin verwickelt ist die Politik.

  • Wen wundert das? Neben den Autofahrern gehören die Aktionäre in diesem Lande zu den am meisten veräppelten Personen! Was hat man uns in den letzten Jahren nicht alles zugemutet: Per se wurden alle Aktionäre zu Spekulanten gemachten, mit Abschaffung der Werbungskosten im Kapitalbereich, Kürzung der Freibeträge, Doppelbesteuerung, Abschaffung des HEV und und und ... Dazu trägt man das volle Kursrisiko selbst bei renommierten Unternehmen: Commerzbank, Eon, RWE, Acandor, HRE und weiter lassen grüssen. In anderen Ländern Europas gibt es für Aktienbesitzer großzügige Freibeträge. Und hier? Wer Aktien kauft ist ein Exot. Und doch: Noch ist die Aktie in Zeiten des Anlagenotstandes eine der wenigen funktionierenden Assetklassen. Die Frage ist nur: Wielange noch? In seiner schier unendlichen Suche nach neuen Einnahmequellen wird unser Finanzminister ab 2014 sicherlich die Zahl der Aktionäre weiter reduzieren ...
    P.S. Das Gros der Aktien an den DAX-Unternehmen befindet sich schon in ausländischer Hand. Tolle Leistung!

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