Ausblick auf die US-Börsenwoche
Wall Street: Sorge vor Bankenverstaatlichung belastet

An den US-Börsen könnte es in dieser Woche weiter bergab gehen, wenn die Anleger nicht davon überzeugt werden, dass die großen US-Banken auch ohne eine Verstaatlichung gerettet werden können.

HB NEW YORK. "Die Investoren interessiert derzeit nichts anderes als Details zu den Banken", sagte Robert Francello, Chef-Aktienhändler bei Apex Capital. Das Thema hatte den Dow-Jones-Index schon in der abgelaufenen Woche auf den tiefsten Stand seit Ende 2002 gedrückt. Zudem wird erwartet, dass die anstehenden Quartalszahlen von Dell, Home Depot und Target die schlechte Verfassung der Wirtschaft nur noch einmal bestätigen werden.

Banken sind die Sorgenkinder

Der Dow-Jones-Index hatte am Freitag 1,3 Prozent auf 7 365 Punkte verloren. Der S&P-500 fiel 1,1 Prozent und die Nasdaq 0,1 Prozent. Vor allem die Titel von Citigroup und Bank of America brachen zeitweise dramatisch ein. Erst ein ausdrückliches Bekenntnis des US-Präsidialamtes zum privaten Bankensystem begrenzte die Verluste. "Lassen Sie mich so gut wie ich nur kann versichern: Diese Regierung ist weiterhin fest davon überzeugt, dass ein privates Bankensystem der richtige Weg ist", hatte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Robert Gibbs, gesagt. "Das ist unsere Überzeugung seit einiger Zeit und wir bleiben dabei." Zuvor hatte der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Christopher Dodd, der Agentur Bloomberg erklärt, die Verstaatlichung einiger Banken könne zumindest für eine kurze Zeit nötig sein.

Die Entwicklung bei Citigroup und der Bank of America hat nach Einschätzung von Analysten maßgebliche Auswirkungen für den Bankensektor und die US-Wirtschaft allgemein. "Wir sind davon abhängig, eine gewisse Stabilität im Finanzsektor erkennen zu können", sagte der Marktstratege Steve Goldman von Weeden & Co.

Dem Sender CNBC zufolge könnte die Regierung Obama in den kommenden Tagen einige Details zu ihrem Banken-Rettungsplan bekanntgeben. Finanzminister Timothy Geithner hatte dies bei der Vorstellung des Planes zur Enttäuschung der Investoren nicht getan. Zudem erhoffen sich die Börsianer von zwei Terminen Hinweise darauf, wie die Regierung die Branche stützen will: Notenbank-Chef Ben Bernanke wird vor dem Banken-Ausschuss des Senats am Dienstag zur Geldpolitik Stellung nehmen und der Obama-Berater Paul Volcker wird am Donnerstag vor dem Wirtschaftsausschuss sprechen.

Wichtiger Blick auf den Immobiliensektor

Neben dem Finanzsektor und den Quartalszahlen wird auch die aktuelle Entwicklung am Häusermarkt genau verfolgt, zu der Daten zu den Preisen für bestehende Häuser und Neubauten erwartet werden. Am Freitag wird es zudem mit den vorläufigen Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal aktuelle Konjunkturdaten geben. Das Handelsministerium hatte im vergangenen Monat schon durchblicken lassen, dass es dabei wohl einen auf das Jahr hochgerechneten Rückgang um 3,8 Prozent gegeben hat.

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