Ausblick US-Börsen
Verschnaufpause an der Wall Street

Eine Flut von Unternehmensnachrichten hatten die US-Anleger zuletzt zu verarbeiten. Die Investoren waren oft angenehm überrascht, die Börsen reagierten mit einer Rally. Beobachter dämpfen nun Hoffnungen, an der New Yorker Wall Street werde es nun so rasant weitergehen. Noch einige Quartalsbilanzen stehen an, aber nun rücken auch wieder Konjunkturnachrichten in den Fokus.

HB NEW YORK. Viele Börsianer rechnen für die kommende Woche an der Wall Street mit einer Verschnaufpause. Nun sei es wahrscheinlich, dass die Anleger einen Gang herunterschalten, vermuten Analysten. "Der Markt hat sich an Unternehmenszahlen über den Erwartungen erfreut, oder besser gesagt, an Daten, die weniger schlecht waren als befürchtet", beurteilte Scott Marcouiller von Wells Fargo die abgelaufene Handelswoche und warnte: "Seid vorsichtig. Wir können bei der Rally jetzt keine Pause einlegen, aber es wird eine Form von Korrektur geben."

In der kommenden Woche werden voraussichtlich zwölf der 30 im Dow gelisteten Unternehmen ihre Zahlen präsentieren, darunter die Schwergewichte Exxon Mobil, Chevron und Walt Disney.

Auf Konjunkturseite erhoffen sich die Anleger ein weiteres Mal Aufschluss von US-Notenbankchef Ben Bernanke über den Zustand der rezessionsgeplagten Wirtschaft. Der Fed-Chef soll nach der Anhörung im Kongress in der vergangenen Woche in einem Programm des Senders PBS Auskunft geben. Die Sendung soll am Sonntag aufgezeichnet und in den drei darauffolgenden Tagen ausgestrahlt werden.

Am Freitag stehen zudem Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der USA im zweiten Quartal an. Einige Analysten bauen darauf, dass die Regierung zum vorerst letzten Mal negative Zahlen vorlegen wird und ein baldiges Ende der seit nunmehr 19 Monaten andauernden Rezession in Aussicht stellt. Die Woche beginnt zunächst mit Daten zum Verkauf neuer Häuser im Juni. Am Dienstag präsentiert die Forschungsgruppe Conference Board Zahlen zum Verbrauchervertrauen im Juli. Analysten rechnen mit etwas schlechteren Daten als im Vormonat.

Am Freitag landeten einige Anleger zunächst wieder auf dem Boden der Realität. Enttäuschende Quartalszahlen von Microsoft und Amazon hinterließen am Markt ihre Spuren und drückten den Technologieindex Nasdaq zum ersten Mal seit zwölf Handelstagen ins Minus. Dagegen schlossen die Börsenbarometer Dow Jones und S&P auf ihrem höchsten Stand seit zwölf Monaten. So legte der Dow-Jones-Index 0,3 Prozent auf 9 093 Punkten zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ebenfalls 0,3 Prozent auf 979 Zähler. Die Nasdaq gab um 0,4 Prozent auf 1 965 Punkte nach. Im Wochenverlauf legte der Dow Jones vier Prozent zu, der S&P 4,1 Prozent und die Nasdaq 4,2 Prozent.

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