Ausblick US-Börsen
Wall Street: Keine vorzeitige Bescherung

Die letzte Woche vor Weihnachten wird den Anlegern an der Wall Street wohl keine vorzeitigen Geschenke bescheren. Die Blicke der Börsianer dürften vor allem auf das weitere Gerangel um Hilfen für die drei großen Autobauer und die Quartalszahlen der beiden US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley stehen, die nach Ansicht vieler Experten kräftige Verluste verbuchen müssen

HB NEW YORK. Von noch größerem Interesse für den Markt wird aber die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sein, deren Offenmarktausschuss am Dienstag zu einer zweitägigen Sitzung zusammenkommt. Es wird mit einer weiteren Senkung des Leitzinses von derzeit einem Prozent auf ein historisch niedriges Niveau von 0,5 Prozent gerechnet. Damit könnte die Fed zum Ende eines der schwärzesten Jahre der Wall Street-Geschichte noch einmal einen kräftigen Impuls in die Märkte senden.

Die Entscheidung wird am Mittwoch für 20:15 Uhr MEZ erwartet. Interessant dürfte dabei nicht nur die Zinsentscheidung selbst sein, sondern auch die Erklärung der Fed dazu. "Die Anleger werden darauf schauen, wie stark die Senkung ausfällt, viel wichtiger aber ist, wie sie ihre weitere Zinspolitik kommunizieren wird", sagte John Praveen, Chef-Investmentstratege bei Prudential International Investments.

In der neuen Woche dürfte erneut die Krise der US-Autoindustrie auf den Märkten lasten. Die Zukunft von General Motors, Ford und Chrysler hängt nach wie vor am seidenen Faden. Nach dem Scheitern des Rettungspaketes im Senat überlegt die Regierung, der Branche Hilfen aus dem 700 Mrd. Dollar schweren Topf für die Finanzbranche zur Verfügung zu stellen. Unklar ist aber immer noch, wann die Gelder fließen sollen. GM kündigte mittlerweile Produktionskürzungen im ersten Quartal 2009 um 250 000 Fahrzeuge an. "Wie es scheint, halten sie die Autobauer auf der Intensivstation künstlich am Leben, bis die neue Regierung übernimmt", sagt William Stone, Investment-Stratege bei PNC Wealth Management. Barack Obama wird am 20. Januar die Nachfolge von George W. Bush als Präsident antreten.

Kurz vor Jahresende legen am Mittwoch noch Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Quartalsberichte vor. Analysten gehen von einem schweren abgelaufenen Vierteljahr für die beiden Institute aus. Goldman Sachs wird nach Ansicht vieler Experten möglicherweise seinen ersten Verlust seit dem Börsengang vor rund zehn Jahren einfahren.

Wenig Optimismus dürften in der kommenden Woche auch die Konjunkturdaten verbreiten. Am Dienstag werden der Verbraucherpreisindex und die Wohnbaubeginne für November veröffentlicht, am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia.

Der Dow-Jones-Index schloss am Freitag rund 0,8 Prozent im Plus bei 8629 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte er dabei zwischen 8347 und 8682 Zählern. Auf die Woche gesehen verlor der Index 0,1 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,7 Prozent auf 879 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq konnte sich ebenfalls behaupten und lag 2,2 Prozent im Plus bei 1540 Punkten.

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