Ausgabe neuer Aktien und Anleihe
Jenoptik sammelt frisches Geld ein

Das Technologieunternehmen Jenoptik erhöht das Aktienkapital und begibt eine Anleihe im Volumen von rund 100 Millionen Euro. Dies soll die Kapitalbasis des Konzerns stärken. Unter anderem will das Jenaer Unternehmen damit weiteres Wachstum im gewinnträchtigen Bereich Photonics finanzieren.

HB FRANKFURT. Jenoptik nutze das attraktive Marktumfeld und werde sein Grundkapital durch die Ausgabe von 8,14 Mill. neuen Aktien erhöhen, teilte der im TecDax gelistete Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Die Kapitalerhöhung werde im Verhältnis 5:1 voraussichtlich im Oktober durchgeführt und von der Deutschen Bank AG begleitet. Die Aktionäre erhielten ein Bezugsrecht sowie eine volle Dividendenberechtigung.

Zusätzlich werde Jenoptik eine langfristige Anleihe mit einem Volumen von voraussichtlich über 100 Mill. € begeben, im zeitlichen Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung.

Der Erlös der geplanten Maßnahmen werde zur Stärkung des Eigenkapitals und zur Reduzierung der kurzfristigen Finanzverschuldung verwendet. Zudem solle damit weiteres Wachstum, besonders im Bereich Photonics, finanziert werden. Die renditeträchtige Sparte, in der optische Geräte produziert und entwickelt werden, soll früheren Angaben zufolge mittelfristig den Schwerpunkt bei dem Konzern bilden. Nähere Einzelheiten zu der Kapitalerhöhung und der Anleihe würden kurzfristig und abhängig von der aktuellen Marktlage bekannt gegeben, teilte Jenoptik mit.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stufte am Donnerstag zugleich das langfristige Unternehmensrating von Jenoptik mit dem „Junk“-Bond-Status BB- ein. Der Ausblick sei Negativ. Die finanzielle Flexibilität von Jenoptik sei derzeit schwach, teilte S&P in einer separaten Veröffentlichung mit. „Aber ein Finanzierungspaket, das voraussichtlich Mitte Oktober abgeschlossen sein wird, wird die Liquidität des Unternehmens verbessern..“, hieß es von S&P.

Im August hatte der Konzern angekündigt, dass die Erlöse im Bereich Anlagenbau 2003 wegen des schwachen Halbleitermarktes wohl am unteren Ende der Erwartungen liegen würden. Vorstandschef Alexander von Witzleben hatte gesagt, er suche für den Anlagenbau neue Finanzierungsmöglichkeiten in Form eines neuen Investors oder einer Kapitalerhöhung.

Jenoptik rechnet insgesamt 2003 mit einem Überschuss am unteren Ende der Analystenerwartungen von 30 bis 40 Mill. €. Der Umsatz solle im Gesamtjahr die Marke von zwei Mrd. € wieder erreichen. Im zweiten Quartal hatte der Konzern wie erwartet einen Verlust ausgewiesen. Die Aktien schlossen am Donnerstag in einem positiven Gesamtmarkt rund vier Prozent schwächer bei 9,31 €.

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