Bankgebühren
Banken bekämpfen sich am Geldautomaten

Zahlreiche Banken fechten aktuell am Geldautomaten einen Kleinkrieg aus. Wenn Kunden eines Konkurrenzinstituts am eigenen Automaten Geld ziehen, verlangen sie deftige Gebühren. Die Kunden zahlen die Zeche für den Verdrängungskampf. Das Kartellamt ermittelt.

DÜSSELDORF. Zahlreiche Banken fechten aktuell am Geldautomaten einen Kleinkrieg aus. Wenn Kunden eines Konkurrenzinstituts am eigenen Automaten Geld ziehen, verlangen sie deftige Gebühren. Der Verdacht liegt nahe, dass sie zu Lasten der Bankkunden der Konkurrenz das Geschäft vermiesen möchten.

Nach Angaben der Direktbank ING Diba stellen zahlreiche Institute für das Abheben mit der EC-Karte eine Gebühr in zweistelliger Höhe in Rechnung. Pro Vorgang soll etwa die Sparkasse Laubach-Hungen pauschal 20 Euro von der Direktbank verlangen. "Solch hohe Gebühren erheben wir nur bei Banken, die kein eigenes Automatennetz unterhalten", sagt ein Sprecher des Instituts.

Zwölf weitere Sparkassen und Volksbanken verlangen Spannen zwischen sechs und 20 Euro pro Vorgang. Die Heidenheimer Volksbank berechnet je nach Betrag zwischen zehn und 25 Euro. 19 Institute nehmen in der Spitze 15 bis 18 Euro. Auch Großinstitute langen laut ING Diba zu: Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank verlangen jeweils knapp zehn Euro.

Die Verbände der Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken teilen mit, dass die Institute bei der Höhe der Gebühren unabhängig seien. "Im Übrigen steht es jedem Kreditinstitut frei, eigene Geldautomaten aufzustellen", sagt ein Sprecher des Bundesverbandes der Genossenschaftsbanken.

Verdrängungskampf zu Lasten der Kunden

Nicht nur die ING Diba wird von hohen Gebühren geplagt. Nach einer Erhebung der Finanzberatung FMH müssen fünf weitere Banken bis zu zehn Euro pro Vorgang bezahlen. "Die Banken schaukeln sich gegenseitig hoch", sagt Max Herbst, Inhaber der Finanzberatung FMH. Wenn eine Bank erhöht, zöge das betroffene Institut bald nach. Leidtragende sind die Kunden, auf die ein Großteil der Gebühren abgewälzt wird. Wer an fremden Geldautomaten abhebt, zahlt im Schnitt rund fünf Euro. Allein in den letzten drei Jahren haben die Gebühren um 17 Prozent zugelegt. Einige Kunden müssen mittlerweile bis zu 7,50 Euro pro Vorgang bezahlen.

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