Berichtssaison im Fokus
Dax-Ausblick: Die Luft wird dünner

Nach einer erstaunlichen Performance in den vergangenen Wochen könnte es für den Dax langsam eng werden, glauben Marktbeobachter. Die aktuelle Entwicklung des deutschen Leitindex steht ganz im Zeichen von Unternehmensnachrichten. Und hier gab es bereits einige handfeste Überraschungen - nach allen Seiten.

HB FRANKFURT. In der kommenden Woche geht die Berichtssaison nun in die heiße Phase. Fast die Hälfte der Dax-Unternehmen legt von Montag bis Donnerstag Zahlen vor. Aktienstrategen werden gespannt vor allem auf die Ausblicke und Prognosen blicken. Davon dürfte die Entwicklung des deutschen Leitindex in weiten Teilen abhängen.

Diese Woche hat er sich leidlich gut geschlagen. Der Dax hatte zur Wochenmitte zunächst zwar deutlich nachgegeben, sich dann aber wieder erholt. Die Woche beschließt er in etwa auf dem Stand der Vorwoche. Seit seinem Jahrestief Anfang März bei 3589 Punkten machte der Leitindex damit schon 1 000 Punkte oder rund 25 Prozent wett. Eine deutliche Korrektur erwarten viele Börsenexperten für die nächste Zeit noch nicht.

"Wenn der Markt sich auf die Berichtssaison konzentriert und wenn bei den Stresstests der US-Banken nichts herauskommt, was die Anleger schockt, dürfte es in der neuen Woche auf diesem Niveau weitergehen", prognostiziert Marc-Gregor Czaja von der LBBW. Die US-Regierung will durch Stresstests den Kapitalbedarf von 19 Großbanken unter widrigen wirtschaftlichen Umständen prüfen. Am 4. Mai sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. Börsianer rechnen aber damit, dass erste Resultate schon vorher bekanntwerden.

Das Weiter-so könnte indes durch negative Überraschungen auf Unternehmensseite ausgebremst werden, wie es auch diese Woche passierte. Zum Teil schwache Unternehmenszahlen hatten die Kursanstiege gestoppt; Anleger nahmen Gewinne mit. Umgekehrt ließen unerwartet positive Nachrichten die Börse nach oben springen. Auch Konjunkturdaten fielen widersprüchlich aus. ZEW - und Ifo-Index fallen überraschend positiv aus, die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute zeichnen hingegen ein düsteres Bild.

"Dies zeigt deutlich, wie überreizt die Stimmung der Anleger ist und wie schwierig daraus ein zukünftiges Marktverhalten abzuleiten ist", sagt Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger. Der Dax bewege sich derzeit in einem Seitwärtskanal zwischen 4 200 und 4 650 Punkten. Auch die nächsten Wochen werden unverändert volatil bleiben, vermutet Kogge.

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