Börse Tokio
Dem Aufschwung droht ein schnelles Ende

Japanische Unternehmen kaufen so viele eigene Aktien zurück wie nie zuvor. Seit Mitte März hat der Nikkei die beste Performance unter den Aktienmärkten der zehn größten Volkswirtschaften weltweit hingelegt. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass ausländische Investoren so stark japanische Aktien verkaufen wie seit über 20 Jahren nicht mehr.

HB TOKIO.Derzeit sind japanische Aktien auf Basis der Kurs-Gewinn- Verhältnisse so günstig wie zuletzt 1985. Das hat Unternehmen von Toyota bis Nomura veranlasst, in den zwölf Monaten bis Ende März die Rekordsumme von 45,8 Mrd. Dollar in Aktienrückkäufe zu investieren. Von den 925 Unternehmen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr Aktien zurückkauften, war mehr als ein Drittel im März aktiv, denn der Nikkei war am 17. März auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen.

So hat Toyota im Februar und März 20,7 Millionen Aktien für umgerechnet rund 785 Mill. Euro am Markt gekauft, das entspricht mehr als einem Drittel des Rückkaufvolumens für das gesamte Geschäftsjahr von rund zwei Mrd. Euro. Nomura kaufte im März 2,08 Millionen Aktien, der Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo investierte rund 50 Mrd. Yen in den Kauf von 319 000 Aktien. Im Vergleich zu US-Aktien sind japanische Werte so billig wie zuletzt 2002. Auf Basis der berichteten Gewinne werden sie mit einem Abschlag von 27 Prozent auf die Werte im US-Index Standard & Poor's 500 gehandelt.

Internationale Investoren lassen sich davon jedoch nicht anlocken. Sie haben allein im März japanische Aktien im Wert von 12,6 Mrd. Dollar verkauft. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Nikkei dreimal deutlich zugelegt, nur um danach noch weiter zu fallen. „Ich habe keine Illusionen mehr“, sagt Michael Neppert, Fondsmanager bei RCM, einer Tochter von Allianz Global Investors in Frankfurt. „Wir haben so oft in das japanische Wunder investiert, und es hat nie stattgefunden.“

Die Kursdynamik der vergangenen Wochen dürfte ohne ausländische Investoren nur schwer aufrechtzuerhalten sein. Seit dem 7. Januar befindet sich der Nikkei in einem so genannten Bärenmarkt, das heißt, der Index hat gegenüber seinem Hoch 20 Prozent eingebüßt. Am Montag schloss der Nikkei 3,1 Prozent niedriger bei 12

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