Börse und Notenbanken
Geldflut rettet Märkte vor dem Austrocknen

Die Investoren zählen immer noch darauf, dass die Zentralbanker mit einer Geldflut zur Seite stehen, wenn Aktienkurse abstürzen. Eine Analyse zeigt nun: Die Märkte brauchen pro Quartal 200 Milliarden Dollar.
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Eine Put-Option gibt Investoren das Recht, einen Vermögenswert zu einem festgesetzten Preis zu verkaufen. Darauf basiert die Vorstellung, dass Notenbanken einen Boden für fallende Märkte einziehen und auf diese Weise dafür sorgen werden, dass nicht ganze Volkswirtschaften mit in den Abgrund gerissen werden.

Vorige Woche hatten die Märkte wieder einen Schwächeanfall und bei dieser Gelegenheit waren es James Bullard, der Präsident der St. Louis Fed, sowie Andrew Haldane, der Chefvolkswirt der Bank von England, die auf den Plan traten. Bullard sagte, die Fed solle überlegen, ob sie das Ende ihres Programms zum Ankauf von Anleihen nicht hinauszögere, um den Abwärtstrend bei den Inflationserwartungen zu stoppen. Haldane meinte, er sei weniger geneigt, für eine Zinserhöhung zu stimmen als vor drei Monaten.

„Diese Kommentare hinterließen an den Märkten den Eindruck, dass der 'Notenbank-Put' nach wie vor wirksam ist”, schrieben Londoner Devisenstrategen von Morgan Stanley unter Leitung von Hans Redeker am Montag in einer Studie.

Matt King, Leiter Kreditstrategie weltweit bei der Citigroup, hat mit seinen Kollegen ermittelt, wieviel Liquidität die Zentralbanken jedes Quartal bereitstellen müssen, um ein Abrutschen der Märkte zu verhindern.

Sie schätzen, dass die Abwesenheit jeglicher Stimuli mit einem zehnprozentigen Rückgang der Aktienmärkte im Quartal vereinbar ist und kommen auf dieser Basis zu dem Ergebnis, dass die Zentralbanken alle drei Monate rund 200 Milliarden Dollar bereitstellen müssen, um einen Ausverkauf an den Märkten zu verhindern.

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  • Darüber ist schon viel geschrieben worden, unter anderem hat die Wirtschaftswoche am 9.9.14 einen tollen Artikel veröffentlicht: "Wie Dax-Unternehmen ihre Bilanzen aufpumpen".

    Demzufolge sind viele Unternehmen krass überwertet, sodass der Spruch von Mr.Dax, "der Dax ist eine Mogelpackung und sollte bei 5000 stehen" absolut zutrifft.

    Mr.Dax hat den Wert um 5000 deswegen genannt, weil in Dax-Kursen die gezahlten Dividenden stecken.

    Unter dem Aspekt sind alle Bewertungen der Algo-Trader ins Reich der Fabel zu versenden.

  • Das Schreckliche ist, dass dieser Unsinn tatsächlich so kolportiert und weiterverbreitet wird! Wo ist der Aufschrei der Wirtschaftswissenschaft und des Finanzjournalismus?

    Wir sind soweit runtergekommen, dass wir glauben eine hohe Aktienbewertung ist Basis der Realwirtschaft? Es ist also gut, wenn Unternehmen teuer sind?

    Im Gegenteil, wir bräuchten eine Bereinigung des Marktes! Die Institutionen, die selbst in ihren Büchern hohe Aktienbewertung brauchen, damit sie nicht pleite sind oder durch gewisse Tests fallen, SOLLEN aus dem Markt! Ein Ausverkauf am Markt wäre realwirtschaftlich langfristig ohne Bedeutung, wenn die Verkaufswelle vorbei wäre, würde sich auch ohne ständiges Geld drucken, ein normaler Aktienkurs einstellen (und sei es nur darum, weil niemand Dividendenpapiere unter einer sinnvollen Bewertung verkauft!!!)

  • Es dreht sich immer nur um die Aufrechterhaltung der liquiden Mittel unserer internationalen Zockerbanden, nicht um Stärkung der realen Wirtschaft oder gar Umweltschutz, Menschenrechte usw.. Aber auch Spielcasinos gehen mal pleite, egal wie viel man da rein stopft. Unsere Politiker sind aber bis dahin schon lange mit einer fetten Rente und abgesichert bis zum Tod von der Bildfläche verschwunden und müssen auch niemand Rechenschaft ablegen. Und solang das gemeine Volk sich mehr für Fussballergebnisse und Handy-Tarife interessiert, wird sich da auch nicht viel ändern. Lass es also krachen...

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