Börsendebüt
Hedge-Fonds bewegt Klöco-Kurs

Vor allem ein Hedge-Fonds trägt für das verunglückte Börsendebüt des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co (Klöco) die Verantwortung. Institutionelle Anleger traten am Donnerstag aber wieder als Käufer auf und sorgten für steigende Kurse.

rob FRANKFURT. Wie aus Frankfurter Finanzkreisen mehrfach zu erfahren war, hat ein angelsächsischer unregulierter Hedge-Fonds in der Anfangsphase des Handels an der Börse am Mittwoch über 700 000 Aktien des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co (Klöco) gekauft. Das habe dazu geführt, dass die Aktie am Abend mit 14,85 Euro schloss und mit einem Verlust von rund 7,2 Prozent unter dem Ausgabekurs von 16,00 Euro lag, heißt es. Insgesamt waren 18,5 Mill. Aktien angeboten worden.

Die heftigen Leerverkäufe des Hedge-Fonds, dessen Name nicht zu erfahren war, führte zu etlichen Nachahmern. Am Mittwochabend zum Börsenschluss zählte das Wertpapier deshalb auf der elektronischen Plattform Xetra zu den meistgehandelten Aktien noch vor Siemens und Deutsche Bank. Bei Leerverkäufen leihen sich Anleger Aktien und geben sie am Markt ab. Sie setzen darauf, dass sie sich später zu günstigeren Kursen wieder eindecken können und geben die geliehenen Wertpapiere danach zurück. Für die Leihe bezahlen sie eine Gebühr.

Institutionelle Anleger traten laut Händlern am Donnerstag wieder als Käufer auf und sorgten für steigende Kurse. Am Abend lag Klöco bei 15,40 Euro, ein Gewinn von 3,7 Prozent. Die Händler rechneten damit, dass der Hedge-Fonds durch seine Transaktionen einen Gewinn von maximal 0,50 Euro je Aktie gemacht hat.

Die Aktienemission von Klöco zählt mit einem Emissionsvolumen von bis zu knapp 300 Mill. Euro zu den größten Börsengängen in diesem Jahr. Rund 98,7 Prozent waren bei institutionellen Anlegern platziert worden. Die zögerlichen Zeichnungen in einem unsicheren Börsenumfeld spiegelten sich im Orderbuch wider, in dem alle Kaufaufträge gesammelt werden. Das Buch sei rund 1,5fach überzeichnet gewesen, heißt es in Finanzkreisen. Dies gilt als Untergrenze, wenn eine Emission nicht durch kurzfristige Verkäufer unter Druck geraten soll. Der Großteil des Emissionserlös geht an den Finanzinvestor Lindsay Goldberg & Bessemer, der nach dem Börsengang noch 60 Prozent am Unternehmen hält.

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