Börsenjahr 2012
Die Stimmung ist so düster wie nie

Obwohl die Kurse derzeit nach oben klettern, herrscht an der Börse Pessimismus. Für das laufende Börsenjahr haben weder Klein- noch Großaktionäre große Hoffnungen.
  • 7

DüsseldorfSpüren Börsianer nicht täglich die Rezessionssorgen, die Schulden- und die Bankenkrise? Zweifellos, doch die Aktienmärkte steigen. Der Dax gewann seit Jahresanfang sechs Prozent.

Doch geht es nach rund 1000 vom Frankfurter Researchinstitut Sentix befragten Kleinanlegern und professionellen Investoren, dann ist es mit dieser Herrlichkeit bald vorbei. Die Anleger erwarten den Dax zum Jahresende nur zwei Prozent höher als zum Jahresende 2011. Daran gemessen hat Deutschlands Börse ihr Soll bereits übererfüllt - und müsste in den verbleibenden elfeinhalb Monaten fallen.

Analysten, Händler und Chefvolkswirte schenken dem Votum der anonym befragten Profis und Kleinanleger hohe Wertschätzung, lassen sich doch so Rückschlüsse auf die Börsenverfassung und auf die künftige Entwicklung ableiten.

„Viel frische Liquidität fließt in Aktien und treibt die Kurse“, sagt Sentix-Experte Patrick Hussy. Doch er traut der Rally nicht und verweist auf das mangelnde Vertrauen der Anleger. Befragt nach den Börsenperspektiven für die nächsten sechs Monate, registrierte Sentix zuletzt elf Prozent mehr „Bären (Pessimisten) als Bullen“ (Optimisten). Das ist außergewöhnlich. „Noch bemerkenswerter ist, dass die tiefe Skepsis nun schon seit vielen Wochen nahe dem Allzeittief von November verharrt“, sagt Hussy.

An dieser Stelle ließe sich entgegnen: Was interessiert das Anlegervotum, Hauptsache die Analysten sind optimistisch und die Börse steigt. 36 vom Handelsblatt befragte Bankhäuser rechneten zum Jahreswechsel damit, dass der Dax bis Ende 2012 auf 6573 Punkte steigen wird - gut zehn Prozent mehr als Ende 2011.

Aber: Sentix befragt seit elf Jahren Woche für Woche die Anleger nach ihren Sechsmonatsperspektiven. Ergebnis dieser langen Zeitreihe ist, dass es die Aktienmärkte immer dann schwer hatten, nachhaltig zu steigen, wenn Anleger auf längere Sicht pessimistisch waren.

Seite 1:

Die Stimmung ist so düster wie nie

Seite 2:

Kein Konjunktureinbruch in Sicht

Kommentare zu " Börsenjahr 2012: Die Stimmung ist so düster wie nie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @azazil
    ZITAT:-Wenn alle anderen Anlageklassen sich halbieren und ich mit Aktien nur ein Drittel verliere, ist meine Rechnung aufgegangen.
    -----
    Was ist das denn für eine Logik? Sie geben also ihr Geld ab, wohl wissend, dass sie möglicherweise ein Drittel nicht wiedersehen. Das nennen sie, ihre Rechnung ist aufgegangen. Sie rechnen also damit.
    Wissen sie was, in der Küchenschublade wäre dann alles noch da, ohne 1/3 Verlust, da hätten sie gar nichts verloren.
    Welche Alternative ist da wohl besser?



  • Die Stimmung ist so düster wie nie
    ---
    Nein, die Welt ist so verrückt wie nie.
    Oder so verrückt , wie sie immer wieder in gewissen Abständen war.
    Andererseits, nach mittlerweile 5 Jahren Chaos-Krise-Unsicherheit-Täuschung - Gesetzesbruch am Fließband--wo soll da eine gute stimmung herkommen.
    man kann doch NIEMANDEN mehr etwas glauben.,
    Ich weiß doch genau, wann immer ein Politiker den Mund aufmacht, dann lügt er. Jede lüge dient nur dem eigenen Ziel, dem verschleiern von Tatsachen und dem ständigen Taktieren und durchwurschteln.
    Da ist die Stimmung ja in einem Irrenhaus noch besser.

  • Nun, das ist ein wenig bekanntes Gesetz der Thermodynamik.
    Es kann nicht sein, dass absolut alles an Wert verliert. Irgendwas muss schon an Wert gewinnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%