Börsenwoche
Wall Street zittert vor Ölpreis

Mit Bangen dürften Anleger auf die kommende Börsenwoche an der Wall Street blicken. Nach dem jüngsten Rekordhoch beim Ölpreis waren die Aktienkurse drastisch eingebrochen. Das Thema Ölpreis dürfte die nächsten Börsentage bestimmen, meinen Marktbeobachter.

HB NEW YORK. Angesichts der Sorgen vor einer lahmenden Wirtschaft und begleitet von einem steigenden Preisdruck dürften die Aktionäre mit Spannung auf die Daten zu den Verbraucherpreisen im Mai blicken, die am Freitag veröffentlich werden. Weiteren Aufschluss über den Zustand der US-Konjunktur erhoffen sich die Anleger am Mittwoch vom Beige Book der US-Notenbank Fed und am Donnerstag von den Umsatzzahlen des Einzelhandels im Mai. "Jeder fragt sich, wie hoch der Ölpreis noch gehen kann", sagte Chef-Analyst John Praveen von Prudential International Investments Advisers. "Die größte Angst ist die vor einer Stagflation." Unter Stagflation versteht man eine Phase niedrigen Wachstums bei gleichzeitig hohen Inflationsraten.

Der Preis für US-Leichtöl war am Freitag unter anderem wegen des schwachen Dollars und Spannungen zwischen Israel und Iran um mehr als elf Dollar auf ein neues Rekordhoch von über 139 Dollar je Fass geschnellt. Analysten der US-Bank Morgan Stanley halten einen Anstieg auf 150 Dollar noch im Juli für möglich, wenn in den USA die Feriensaison beginnt. Zudem kletterte die Arbeitslosenquote überraschend von 5,0 auf 5,5 Prozent. Gleichzeitig baute die US-Wirtschaft den fünften Monat in Folge Stellen ab.

An der Wall Street schickten der Rekordölpreis und die schlechten Arbeitsmarktdaten die Aktienmärkte am Freitag tief ins Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte rutschte 3,13 Prozent ab auf 12 209 Punkte - der stärkste Tagesverlust seit Februar 2007. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 3,09 Prozent auf 1 360 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 2,96 Prozent auf 2 474 Punkte. Im Wochenverlauf verlor der Dow 3,5 Prozent, der S&P-500 2,6 Prozent und der Nasdaq 1,9 Prozent.

Mit Blick auf die Mai-Verbraucherpreise am Freitag rechneten von der Agentur Reuters befragte Analysten mit einem Anstieg der Gesamtrate von 0,5 Prozent nach plus 0,2 Prozent im April. Ohne die Kosten für Lebensmittel und Energie dürften die Verbraucherpreise in der Kernrate der Analystenprognose zufolge um 0,2 Prozent zulegen nach 0,1 Prozent im April.

Auch die Finanzkrise dürfte die Anleger weiter im Atem halten. Laut Medienberichten könnte die Investmentbank Lehman Brothers ihre Quartalszahlen bereits in den kommenden Tagen veröffentlichen und damit eine Woche früher als geplant. Ziel sei es, die Märkte zu beruhigen und sie von einer ausreichenden Liquidität des Instituts zu überzeugen.

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