Britische Finanzaufsicht FSA
Das Ende der weichen Welle

Die britische Finanzaufsicht FSA will Angst und Schrecken verbreiten und mit ihrem weichen Image aufräumen. Damit reagieren die Kontrolleure auf die Vorwürfe, sie hätten ihre Aufsichtspflichten zu lax genommen und so zum Entstehen der Finanzkrise beigetragen. Vor der neuen Linie müssen nicht nur kriminelle Händler zittern.

LONDON. Das Mittagessen dauerte lange am 6. Februar 2008, und es war offensichtlich ziemlich feucht-fröhlich zugegangen. So feucht-fröhlich, dass ein an der Runde teilnehmender Ölhändler der US-Investmentbank Morgan Stanley wohl ein wenig den Überblick verlor – allerdings nicht seinen Elan. Als der Trader nach drei Stunden an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, entwickelte er eine ungewöhnlich hektische Aktivität. Über einen Zeitraum von 90 Minuten schloss er alle 7,5 Sekunden ein neues Geschäft am Markt für Ölderivate ab.

Als er bemerkte, dass die Risiken sein erlaubtes Limit weit überschritten, verschob der junge Händler einen Teil der illegalen Geschäfte heimlich in das Handelsbuch eines Kollegen. Am nächsten Morgen schloss der Übeltäter still und leise seine Positionen wieder, und machte damit sogar einen kleinen Gewinn.

Doch das beeindruckte die Kontrolleure der britischen Finanzaufsicht FSA überhaupt nicht, sie verbannten den Morgan-Stanley-Händler für zwei Jahre aus der City, obwohl der junge Mann bis dahin einen makellosen Ruf hatte. „Es ist schlicht und einfach nicht hinnehmbar, dass Händler ihre Positionen vor dem eigenen Arbeitgeber verbergen“, stellt Margret Cole von der FSA lapidar fest. Immerhin hätte Morgan Stanley im Extremfall ein Verlust von zehn Millionen Dollar gedroht.

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