Computer-Handel
US-Börsenaufseher ermitteln zum Hochfrequenzhandel

US-Börsenaufseher sind beunruhigt. Nicht nachvollziehbare Kursausschläge wie im „Flash Crash“ im Mai vergangenen Jahres passieren häufig. Nun ermittelen sie bei Handelsfirmen. Ihr Augenmerk gilt dem Hochfrequenzhandel.
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Washington&New York US-Börsenaufseher haben von Handelsfirmen erstmals Details über deren Strategien bei computergesteuerten Kauf -und Verkaufsprogrammen verlangt. In mehreren Fällen des algorithmischen Handels seien sogar geheime Computercodes angefordert worden, sagte Tom Gira von der Regulierungsbehörde Finra. Hintergrund seien verdächtige Marktaktivitäten. „Es ist kein Angelausflug oder eine Übung zu Bildungszwecken“, sagte der Aufseher.

Die Behörde sei angesichts des Marktes beunruhigt. Auch die der Finra übergeordnete Börsenaufsicht SEC hat damit begonnen, von Handelsfirmen Informationen über Algorithmen anzufordern. Seit dem berüchtigten „Flash Crash“ an der Wall Street, als im Mai 2010 die Kurse am Aktienmarkt innerhalb weniger Minuten abstürzten und sich kurz darauf wieder erholten, sind nicht nachvollziehbare Kursausschläge immer öfter an der Tagesordnung.

Als treibende Kraft dabei gilt der Hochfrequenzhandel, bei dem Computerprogramme auf Basis komplizierter Algorithmen in Millisekunden Hunderte von Kauf- oder Verkaufsorders abgeben. Dabei können sich selbst minimale Kursveränderungen zu erklecklichen Gewinnen summieren. Schätzungen zufolge geht rund die Hälfte des Umsatzes am US-Aktienmarkt auf das Konto des Hochfrequenzhandels.

Die SEC hatte schon im vergangenen Jahr Ermittlungen eingeleitet. So soll untersucht werden, ob Händler Preise manipulierten, Kursausschläge begünstigten oder Betrug begingen, in dem sie den Markt mit Aufträgen fluteten, die gleich darauf storniert wurden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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