Dax-Ausblick
Die Bullen lassen sich nicht bremsen

Böse Überraschungen mussten die Börsen-Optimisten in der vergangenen Woche wegstecken. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Die Bullen erwarten vor allem von Konjunkturseite positive Impulse. Die Zweifler verstummen indes nicht. Die Aktienmärkte bleiben volatil, warnen sie. Die Argumente der Marktbeobachter im Überblick.
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HB FRANKFURT. Diese Woche mussten Anleger einige unangenehme Überraschungen verkraften. Nicht nur Dubai ist klamm; nun mussten auch zwei Euro-Länder finanzielle Schwierigkeiten einräumen. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Griechenland herabgestuft, und die Agentur Standard & Poor's senkte den Ausblick für das spanische Rating auf "negativ". Dazu dann noch die Nachricht, dass die deutsche Industrie im Oktober ihren Ausstoß unerwartet gedrosselt hat.

Bei solchen Vorgaben überrascht es nicht, dass der Dax - anders als die Marktbeobachter Ende vergangener Woche erwartet hatten - abstürzte. Innerhalb von zwei Tagen verlor der deutsche Leitindex rund 200 Punkte. Doch am Donnerstag setzte eine Erholung ein; am Freitag blickten die Anleger voller Hoffnung nach Asien. Dort könnte sich die Konjunktur zügig erholen. "Die chinesische Industrieproduktion boomt, das ist auch gut für unsere Wirtschaft", begründete ein Börsianer den neuerlichen Dax-Anstieg am Morgen.

Viele Marktbeobachter gehen nun davon aus, dass der deutsche Aktienmarkt auch in der kommenden Woche zulegt. "Aktien sind immer noch kaufenswert", betont Analyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Schließlich biete derzeit kaum eine andere Anlageklasse ähnlich gute Renditen. Einige Experten vermuten außerdem, dass die Spekulationen um Auswirkungen der griechischen Schuldenprobleme auf die anderen Staaten der Euro-Zone nachlassen werden.

Technisch haben sich die Indizes nach Angaben von Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger trotz der Rückschläge nicht aus ihren Seitwärtstendenzen entfernt: "Der Dax konnte nach wie vor die schwierige Marke von 5 850 Punkten nicht überschreiten, bleibt aber mit seiner Unterstützungslinie von 5 600 Punkten noch in seinem Seitwärtskanal." Kogge zählt indes nicht zu den Bullen am Markt. Die zurückliegenden Tage hätten wieder deutlich gemacht, dass die Investoren Zweifel an der Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Aufschwungs haben.

Der Aktienstratege erwartet, dass die hohe Volatilität die Märkte auch in den nächsten Wochen durchschütteln wird: "Solange die Länderrisiken im Fokus der Investoren stehen, dürfte der Markt erst einmal weiter zurückgehen." Sollten diese Risiken tatsächlich abnehmen und positive Konjunkturdaten die Stimmung aufhellen, dann könne die nach wie vor hohe Liquidität wieder zu verstärkten Käufen führen. "Wir bleiben bei unserer Position, dass mittelfristig orientierte Anleger ihr Portefeuille nicht zusätzlich aufstocken sollten", empfiehlt Kogge. Kurzfristig gebe es aber immer wieder gut Tradingmöglichkeiten.

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