Dax-Mitgliedschaft
Vierkampf um Einzug in den Dax

Im Rennen um die Dax-Mitgliedschaft stehen dem deutschen Aktienmarkt heiße Frühjahrs- und Sommermonate bevor. Die im September anstehende Entscheidung über die Neuzusammensetzung des Indexes verspricht schon jetzt Kursausschläge. Gleich vier Unternehmen buhlen um die Gunst des Dax-Ritterschlages.

FRANKFURT. Weil die Tui -Aktie im vergangenen Vierteljahr wegen der hohen Zyklizität des Tourismus und Schiffs-Containergeschäftes gut ein Drittel an Wert verloren hat und sich auf der Gegenseite mit K+S, Hochtief, Salzgitter und Q -Cells gleich vier potenzielle Nachrücker in Position gebracht haben, erwarten Börsianer in nächster Zeit bei allen beteiligten Werten deutliche Kursausschläge.

Hintergrund ist, dass die Dax-Mitgliedschaft für Unternehmen in jüngster Zeit mehr denn je einem Ritterschlag gleichkommt. Weil Indexfonds und -zertifikate, die einen Index wie den Dax in seiner Gesamtheit abbilden, bei Anlegern wegen der geringen Gebühren und der teilweise deutlich besseren Kursentwicklung als bei aktiv verwalteten Fonds immer beliebter werden, ist die Bezeichnung "Dax-Unternehmen" auch mehr und mehr ein Gütesiegel. Schwergewichte wie der IShares Dax haben nach eigenen Angaben mittlerweile rund 18 Mrd. Euro unter Management und sind damit schon seit längerem in die Größenordnung der schwersten aktiv verwalteten Fonds aufgerückt.

"Tui ist sicherlich am stärksten derzeit von allen Dax-Werten abstiegsgefährdet", sagt LBBW -Analystin Anke Platzek. Dagegen ist die Aktie der Hypo Real Estate, die im vergangenen halben Jahr wegen hoher Abschreibungen im Zuge der US-Immobilienkrise über 60 Prozent an Wert verloren hat, weiterhin ungefährdet. In der aktuellen Monats-Rangliste der Deutschen Börse, in der die beiden entscheidenden Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsätze aufgelistet sind, rangiert die HRE-Aktie bei ersterem auf Platz 29, bei den Umsätzen auf 24. Die Tui -Aktie ist hingegen bis auf Rang 39 beim Börsenwert zurück gefallen und damit deutlich abgeschlagen.

Ein solche Konstellation gab es seit Jahren nicht mehr: Meist buhlten zwei, bestenfalls drei Kandidaten um einen Dax-Platz. Demnach kam es zu keinem allzu großen "Gezocke" vor der Entscheidung.

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