Die Chicago Mercantile Exchange drängt stärker auf den europäischen Markt
Wettbewerb der Terminbörsen wird härter

Der transatlantische Konkurrenzkampf zwischen den großen Terminbörsen spitzt sich zu. Nachdem Eurex und Euronext den Fuß in die Tür im US-Geschäft bekommen haben, zielt die Chicago Mercantile Exchange (CME) jetzt auf einen höheren Umsatzanteil in Europa.

FRANKFURT/M. Der transatlantische Konkurrenzkampf zwischen den großen Terminbörsen spitzt sich zu. So wie Europas Terminbörsen Eurex und Euronext – Nummer eins und zwei in der Welt – inzwischen 25 bzw. 15 Prozent ihres Geschäfts mit US-Marktteilnehmern generieren, zielt die Chicago Mercantile Exchange (CME) jetzt auf einen höheren Umsatzanteil in Europa. „Die CME versucht das zu erreichen, was wir bereits geschafft haben“, sagt Eurex-Vorstandschef Rudolf Ferscha.

Dass Europa auf die Akteure in der US-Finanzwelt immer größere Anziehungskraft ausübt, hat auch mit der zunehmenden geopolitischen Stellung des alten Kontinents und mit der höheren Bedeutung des Euros als Reservewährung zu tun. „Wir sind in Europa noch in einem frühen Entwicklungsstadium, erwarten in nächster Zeit jedoch ein sehr starkes Wachstum“, sagt Craig Donohue, Vorstandschef der CME, der drittgrößten Terminbörse der Welt, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Man wolle einen ähnlich hohen Umsatzanteil in Europa erreichen, wie ihn die Eurex in den USA habe. Derzeit liegt der aus Europa stammende Umsatzanteil der CME bei rund drei Prozent.

Für die Gründung einer eigenen Terminbörse in Europa sieht die CME keine Notwendigkeit. „Wir erreichen den Markt mit der elektronischen Globex-Handelsplattform 24 Stunden am Tag“, sagt Donohue. Die Eurex hat vor rund vier Monaten gegen den Widerstand der US-Konkurrenz in Chicago eine eigene Börse gegründet, an der Derivate auf US-Staatsanleihen gehandelt werden. Damit will die weltgrößte Terminbörse in die Domäne des Konkurrenten Chicago Board of Trade (CBOT) einbrechen, was ihr trotz großer Anstrengungen und sehr günstiger Angebote bisher nicht gelungen ist. „Die durch die Eurex ausgelöste Wettbewerb war definitiv sehr gut für das US-Börsenwesen“, glaubt Donohue. Er spürt eine Aufbruchsstimmung in der US-Branche.

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