Dritter Börsengang in diesem Jahr in Deutschland
Conergy dürfte Aktien zu 54 Euro platzieren

Die Hamburger Conergy AG muss nach Einschätzung von Analysten nicht um ihren geplanten Gang aufs Parkett bangen. Alle der inklusive Zuteilungsreserve (Greenshoe) 4,5 Millionen Aktien dürften am oberen Ende der Preisspanne von 48 bis 54 Euro verkauft werden, erwarten die Experten.

Dow Jones HAMBURG. Das Interesse der Investoren zeige sich an der hohen Nachfrage am „Graumarkt“ und den Kursen, die dort erzielt würden. Sie lagen sowohl beim Börsenmakler Schnigge als auch bei Lang & Schwarz gestern in einer Spanne von 67,50 bis 69 Euro und damit weit über der von dem Solarunternehmen festgelegten Preisspanne.

Conergy will heute Abend den Ausgabepreis bekannt geben. Die Erstnotiz ist am Donnerstag geplant (ISIN DE0006040025). Conergy ist nach dem Biotech-Unternehmen Paion und dem Bezahlsender Premiere bereits der dritte Börsengang in diesem Jahr in Deutschland. Die Premiere-Aktie wurde ebenfalls am obersten Rand der Preisspanne platziert. Im Gegensatz zu Premiere und Paion wendet Conergy jedoch erstmals ein modifiziertes Vermarktungsverfahren an. Danach wurde die Preisspanne erst wenige Tage vor der Erstnotiz bekannt gegeben, um vorher die Resonanz der Investoren auf die Aktie zu testen.

Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co schätzt den fairen Wert von Conergy auf 70 bis 72 Euro, betont aber, dass dies ein Durchschnittswert sei von Research-Berechnungen anderer Kreditinstitute. Ungewöhnlich sei, dass die Konsortialbanken bei ihren Prognosen teilweise weit auseinander liegen. Beispielsweise gehe die Commerzbank 2006 von einem Umsatz von 730 Mill. Euro und einem Gewinn je Aktie von 4,20 Euro aus, Trinkaus & Burkhardt dagegen von 600 Mill. Euro bzw. 3,13 Euro. Woran das liege, wisse er nicht, sagte Kitz.

Das große Interesse der Anleger führen die Analysten auf zwei Gründe zurück. Zum einen herrsche bei Sonnenenergie „Goldgräberstimmung“ in Deutschland, sagt Analyst Christoph Keidel von der BW Bank. Hier könnten Parallelen zum Neuen Markt und zur Windenergie gezogen werden. Zum anderen habe der erfolgreiche Börsengang von Premiere die IPO-Stimmung wesentlich verbessert, sagt Kitz von Merck Finck & Co.

Die enorme Nachfrage nach Conergy-Aktien begründet Keidel mit dem großen Interesse der Investoren an der Solarbranche. Generell bezeichnet der Analyst die Aussichten dort als „hervorragend“. Für 2005 und 2006 sieht er in Deutschland eine hohe Nachfrage nach Sonnenmodulen.

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