Eine Milliarde Aktien der China Southern Airlines werden in den Handel eingeführt
Chinas größte Airline startet morgen an der Börse Schanghai

Zwei Jahre nach der Ankündigung und erst im zweiten Anlauf führt am Freitag Chinas größte Fluggesellschaft China Southern Airlines eine Milliarde A-Aktien an der Börse Schanghai ein. Das Unternehmen ist bereits an den Börsen von Hongkong und New York gelistet. Die neuen Aktien wurden zu einem Stückpreis von 2,70 Yuan – knapp 30 Cent – bereits vor zwei Wochen zugeteilt. Da die Platzierung 95-fach überzeichnet war, kamen in einer Lotterie nur 1 % aller Interessenten zum Zuge.

mg SCHANGHAI. Für chinesische Verhältnisse ist das Interesse allerdings eher gemäßigt, weil China Southern als Marktführer in China mit 125 Flugzeugen zwar 80 Städte weltweit anfliegt, aber 75 % des Umsatzes auf dem Heimatmarkt erzielt und daher von der SARS-Epidemie schwer betroffen war. Auf dem Höhepunkt der Krise brachen bei Chinas Airlines die Passagierzahlen um bis zu 84 % ein. Der tägliche Umsatz der Gesellschaften, die 2002 auf drei große Konglomerate – darunter China Southern – verschmolzen wurden, fiel von 30 auf 5 Mill. Euro. Am Pekinger Flughafen wurden teilweise nur noch 2 000 Passagiere pro Tag abgefertigt.

China Southern hat den Schaden durch SARS nicht präzise beziffert. Doch im Börsenprospekt wird ein Gewinn für 2003 von umgerechnet 20,3 Mill. Euro vorhergesagt; 60 % weniger als 2002. Analysten zweifeln allerdings diese Vorhersage an, weil das Unternehmen in den ersten vier Monaten 2003 einen Verlust von 22 Mill. Euro einflog. „Es wird sehr schwierig für China Southern sein, in diesem Jahr einen Gewinn zu realisieren“, sagt Xu Jie, ein Airlineanalyst bei CSC International Holdings. Bei Nomura schätzt man den zu erwartenden Verlust der Airline in 2003 auf 26 Mill. Euro und bei China Merchant Securities in Peking auf bis zu 80 Mill. Analysten halten den Börsengang trotzdem für ein attraktives Investment, denn China Southern platziert die Aktien zum Buchwert. Andere chinesische Airlines werden mit dem zwei- bis dreifachen davon bewertet.

Laut Wendy Huang bei Core Pacific-Yamaichi in Schanghai ist China Southern der erste große Börsengang im Reich der Mitte in diesem Jahr. Und er sollte fast doppelt so viel Kapital einspielen, nämlich 400 bis 500 Mill. Euro. Der ursprünglich geplante Ausgabekurs wurde stark herabgesetzt. Denn „China Southern muss dringend in diesem Jahr gelistet werden“, sagt Zhang Guotian, Analyst bei Merchants Securities. Nach chinesischen Vorschriften müssen Unternehmen vor einem Börsengang drei Jahre lang in Folge profitabel sein. Sollte nun ein Verlust drohen, müsste der Börsengang im schlimmsten Fall um mehrere Jahre verschoben werden.

Das Interesse ausländischer Institutioneller, die wie z.B. UBS chinesische A-Aktien im Rahmen des „Qualified foreign institutional investor program“ kaufen dürfen, wird sich jedoch in Grenzen halten. Zwar ist China Southern Marktführer, doch gibt es beim Umbau der Flugbranche in China regulatorische Unsicherheiten. „Ausländische Anleger würden eher H-Aktien solcher Unternehmen in Hongkong kaufen, als A-Aktien, weil die H-Aktien niedriger bewertet sind“, sagt Chen Ximin von Shenyin & Wanguo Securities.

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