Enttäuschte Anleger
Licht und Schatten in Mailand

Das vergangene Jahr brachte Anlegern an der Börse Mailand deutliche Kursgewinne. Der italienische Leitindex Mibtel-30 gewann rund 15 Prozent an Wert. Was auf den ersten Blick viel erscheint, ist im europäischen Vergleich jedoch eher dürftig.

MAILAND. Der Euro-Stoxx-50 etwa legte 2005 um mehr als 20 Prozent zu, und der Dax stieg sogar um mehr als ein Viertel.

Den Grund für das schwächere Abschneiden der Italiener sieht der Chef der Aktienanalyse der Rasbank, Marco Opipari, vor allem im Telekomsektor und bei den Versorgern. Beide Bereiche wiegen im italienischen Index schwerer als in anderen Ländern, ihre schwache Performance zog den gesamten Mibtel hinunter. Italiens Telekomanbieter kämpfen mit einer hohen Verschuldung, und die als sicherer Wert geltenden Versorger haben in Zeiten neuer Börsenhochs an Glanz verloren. Zudem war ihre Ausgangslage ungünstig: „Sowohl Telekom- als auch Versorgeraktien haben bereits Ende 2004 hohe Börsenkurse erreicht und haben auch deshalb in diesem Jahr deutlich verloren“, erklärt Opipari. Schlecht liefen in Italien auch die Versicherer. Sie verloren bis zu 30 Prozent an Wert. Der Rasbank-Analyst begründet dies unter anderem damit, dass italienische Versicherer weniger als etwa deutsche Konkurrenten an den Aktienmärkten investieren und damit auch weniger von steigenden Börsenkursen profitieren.

Lichtblicke in Mailand waren dagegen Öl-, Banken- und Luxusaktien. Der teilprivatisierte Ölkonzern Eni etwa – mit einer Marktkapitalisierung von rund 94 Mrd. Euro das italienische Börsenschwergewicht – gewann fast 30 Prozent an Wert. Bankaktien kamen zum einen Übernahmen wie der Kauf der Hypo-Vereinsbank durch Unicredito zugute. Zum anderen ernten sie nach den Restrukturierungen der Vorjahre nun die Früchte: „Die Banken haben das ganze Jahr über ihre Ergebnisse verbessert“, lobt Marktstrategin Paola Toschi von der Banca Imi. Schließlich geht es auch für die Mode- und Luxushäuser nach einigen Krisenjahren wieder bergauf. „Der Luxussektor hat von dem stabileren Euro-Dollar-Kurs profitiert und von den guten Ergebnissen der Branche“, sagt Toschi.

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