Euro-Sorgenkind
Griechische Aktien bei Börsenprofis wieder angesagt

Das Euro-Sorgenkind steht vor wirtschaftlichem Mini-Comeback. Griechische Aktien werden bei Börsenprofis wieder nachgefragt. Experten warnen allerdings vor zu viel Risiko und mahnen Vorsicht bei der Aktienauswahl an.
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FrankfurtVom Euro-Sorgenkind zum Geheimtipp für Anleger: An der Börse Griechenlands stehen die Zeichen inzwischen wieder auf satte Kursgewinne. Mehr als 170 Prozent hat der Athener Leitindex seit Mitte 2012 gewonnen, nachdem er während der Finanzkrise ins Bodenlose gestürzt war. „In Griechenland sind deutliche konjunkturelle Fortschritte und Zeichen der Stabilisierung zu sehen. Das macht den Anlegern Mut, hier wieder ihr Geld anzulegen“, sagt Franz Führer, Fondsmanager bei Lupus alpha Small und Mid Caps Europa.

In kleinen Schritten kämpft sich Griechenland derzeit aus seiner hartnäckigen Rezession heraus. Erstmals seit sechs Jahren soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr laut EU-Kommission wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. „2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden“, prognostizierten die Experten jüngst. Griechenland wird seit 2010 mit zwei Hilfspaketen über insgesamt 240 Milliarden Euro von seinen Euro-Partnern und dem IWF gestützt.

Francois Gobron von Generali Investments Europe ist überzeugt, dass die gebeutelten griechischen Unternehmen selbst von einer kleinen Erholung des Landes profitieren dürften. „Hinzu kommt, dass viele griechische Aktien billig zu haben sind und sich der Einstieg daher lohnt.“

Der Experte managt den erst kürzlich aufgelegten GIS European Recovery Equity Aktienfonds, der sich an professionelle Anleger richtet und von der wirtschaftlichen Erholung Südeuropas profitieren soll. Das Portfolio umfasst zu mehr als 19 Prozent Titel aus Griechenland, darunter auch die Großbank Piraeus, die die Fusions- und Pleitewelle unter den griechischen Banken überlebt hat.

Zusammen mit der Eurobank, der National Bank und der Alpha Bank kontrolliert Piraeus inzwischen 90 Prozent der griechischen Bankenlandschaft. Seit Jahresbeginn haben die Titel mehr als 30 Prozent auf 2,08 Euro gewonnen.

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  • Nachtrag.

    Baufirmen: es wird nicht mehr gebaut, weil es kaum noch Käufer gibt. Der Leerstand ist schon jetzt groß.

    Privatisierung von Staatsbetrieben: immer wieder versprochen, nie gehalten. und das wird auch so bleiben, denn hier in GR will niemand Privatisierungen. Der Verkauf von Staatsbesitz (auch von Firmen bzw. Behörden) an Investoren wird als eine Art Verrat empfunden. Vor allem wird der Verkauf an ausländische Investoren praktisch unmöglich gemacht, denn ausländische Investoren werden wie Besatzer betrachtet. Die Griechen haben Angst vor einer feindlichen Übernahme ihres Landes und diese Angst wird von den Medien rund um die Uhr bewusst geschürt. Denn der Verkauf von Staatsbesitz, die Privatisierung von Behörden etc. bedeutet einen enormen Machtverlust für die griechische Elite.
    Und diese Elite soll unbedingt an der Macht bleiben. Das wünschen sich unsere Euro-Rettungspolitiker. Denn wenn der Wunsch nicht in Erfüllung ginge, käme Tspiras bei der nächsten (Neu-)Wahl und beendet die Sparmaßnahmen. Dann wäre Schluss mit Lustig, die Karten müssten auf den Tisch. Die EU müsste dann ihren Bürgern erklären, warum sie TROTZDEM noch Geld nach Griechenland schicken.
    Wenn sie es nicht schicken, tritt GR aus dem Euro aus, denn ohne Unterstützung läuft hier gar nichts.
    Das ist ein Pulverfass.
    Viel Vergnügen also beim Investieren in griechische Staatsanleihen!

  • Hier gibt's kein wirtschaftliches "Mini-Comeback".
    Allein die Spekulation blüht - und demnächst auch der Ginster.
    Das war's dann aber auch schon.
    Alles Blödsinn, der griechischen Wirtschaft geht es grottenschlecht. Kein normaler Mensch investiert hier, denn niemand weiß, wie es morgen weiter geht. Du kannst Dich auf kein einziges Versprechen der Regierung verlassen und wirst von den Behörden schneller gemolken, als Du das Wort "Existenzgründung" aussprechen kannst.
    Die Leute haben kein Geld, um es in Deiner neuen Firma auszugeben und diejenigen, die noch welches gebunkert haben, setzen sich drauf, denn sie wissen nicht, wie lange es dauern wird, bis das nächste Geld kommt.
    In dieser Situation von einem "guten Weg" oder von mir aus auch von einem "wirtschaftlichen Mini-Comeback" zu sprechen, sollte strafbar sein. Es sollte zumindest als Beihilfe zu einer Straftat, nämlich dem Betrug, eingestuft werden.
    Diese blanken Lügen dienen dazu, die Bürger zu täuschen, um ihnen besser ihr Geld entwenden zu können. Nicht anders als bei den Taschendieben - einer lenkt ab, der andere greift zu.

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