Frankfurter Broker
ICF setzt auf Petro-Dollar

Die ICF Kursmakler AG hat einen Broker in den Vereinigten Arabischen Emiraten gegründet. Damit will das Frankfurter Unternehmen vom wachsenden Anlagebedarf in der ölreichen Region profitieren – und sich unabhängiger von dem zyklischen und unter Margendruck stehenden Stammgeschäft machen.

FRANKFURT. „Wir wollen es vermögenden Arabern ermöglichen, direkt an ihrer Börse und in Europa zu handeln“, sagte der im ICF-Vorstand für das Projekt zuständige Bernd Gegenheimer dem Handelsblatt. Rund 2,4 Mill. Euro hat die ICF in das Tochterunternehmen Agib gesteckt, das gemeinsam mit dem Familienkonzern Bin Aweidha Group in Abu Dhabi ins Leben gerufen wurde. Die in Frankfurt führende ICF, die 2006 einen Bilanzgewinn von 3,4 Mill. Euro gemacht hat, erhofft sich von dem Geschäft eine Nettorendite von mehr als zehn Prozent.

Die früher auf den Parketthandel an deutschen Börsen spezialisierten Makler suchen derzeit nach Möglichkeiten, sich unabhängiger von dem zyklischen und unter Margendruck stehenden Stammgeschäft zu machen. Nach den Krisenjahren 2002 und 2003 geht es ICF wieder so gut, dass das Unternehmen ausbauen, zukaufen oder im Ausland expandieren möchte. Der Mitbewerber Baader Wertpapierhandelsbank ist an dem indischen Finanzdienstleister Parsoli beteiligt. Der führende Düsseldorfer Broker Schnigge will eine Vermögensverwaltung aufbauen.

ICF will mit der zunächst rund 20 Mann starken Agib ab dem vierten Quartal an den Börsen Dubai Financial Market und Abu Dhabi Stock Market agieren. Anders als am bekannteren Dubai International Financial Centre (DIFC) werden in diesen beiden Handelsplätzen lediglich heimische Papiere notiert. „Wir sind der einzige internationale Broker dort, während sich am DIFC alle Großen tummeln“, so Gegenheimer.

Der Mehrheitseigner der Agib, Ben Aweidha, habe die Aufgabe, sich um die Kundenakquise, vor allem um reiche Familien und Vermögensverwalter vor Ort zu kümmern. Die ICF sei für das Brokerage und die IT zuständig, beschreibt ICF-Chef Rainer Roubal die Pläne. Diesen wolle man den Handel in Arabien aber auch an den europäischen Börsen ermöglichen. Im Gegenzug könnten europäische Banken demnächst über das ICF-Netzwerk voll elektronisch in Dubais lokalem Markt agieren, und müssten nicht mehr über den fehleranfälligen Telefonhandel gehen. Mittelfristig strebt ICF den Ausbau des Geschäftes, etwa auf die Börsen Kuwait, Katar und Oman an. Auch die Vermittlung von schariakonformen Investments wie etwa Zertifikaten, die in Arabien bislang wenig verbreitet sind, stehen auf der Projektliste des Frankfurter Brokers.

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