HVB-Rauswurf
Der Dax-Platz bleibt in der Familie

Die Hypo-Vereinsbank steht wegen der Übernahme durch Unicredito noch in diesem Jahr vor dem Rauswurf aus der ersten Börsenliga.

DÜSSELDORF. Grund für den HVB-Rausschmiss aus dem Dax ist, dass der frei handelbare Anteil an HVB-Aktien auf sechs Prozent gesunken ist. Die ehemalige Immobilienabteilung der HVB, die Hypo Real Estate, steht schon für die Nachfolge bereit. Weil gerade die Commerzbank die Eurohypo übernimmt, bekommt der Immobilienbereich damit plötzlich ein starkes Gewicht im Dax. Für Unternehmen ist die Mitgliedschaft in dem Index wichtig, weil dies große Aufmerksamkeit bei ausländischen und professionellen Investoren sichert.

Die italienische Großbank Unicredito teilte gestern mit, dass sie nach der verlängerten Umtauschfrist im Besitz von 93,93 Prozent der HVB-Aktien ist. Die Offerte war am vergangenen Freitag endgültig ausgelaufen. In der Branche war eine Quote von höchstens 90 Prozent erwartet worden, nachdem Unicredito sich bis zum Ende der ersten Umtauschfrist 88,1 Prozent der Papiere gesichert hatte. Die Übernahme der HVB durch die Italiener ist mit einem Volumen von rund 20 Mrd. Euro die bislang größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa.

Mit einem Streubesitz von 6,07 Prozent fällt die HVB, die künftig von ihrem bisherigen Finanzvorstand Wolfgang Sprißler geleitet wird, nach Berechnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nach Marktkapitalisierung auf Platz 57 aller börsennotierten Konzerne in Deutschland zurück. Damit ist klar, dass der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse am 5. Dezember den Abstieg der HVB mit Wirkung vom 19. Dezember beschließen wird. Hierfür reicht bereits Platz 45 aus.

In gut vier Wochen also notieren HVB-Aktien zunächst im MDax, dem Börsensegment für mittelgroße Werte. Doch selbst das dürfte nur ein Intermezzo sein. „Fällt der Streubesitz unter fünf Prozent, nehmen wir eine Aktie aus allen Indizes“, sagt Susanne Kreutzer von der Deutschen Börse. Sobald die Deutsche Börse über so einen Fall Kenntnis erhält, folgt der Rauswurf nach Ablauf von zwei Handelstagen.

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