Immobilienbank verspricht mehr Gewinn als erwartet
Börsenneuling Hypo Real Estate strebt in den MDax

Die Hypo Real Estate Group (Hypo-Group) rechnet sich gute Chancen aus, im März in den MDax einzuziehen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Voraussetzungen erfüllen“, sagte Finanzchef Markus Fell gestern bei der Präsentation der Quartalszahlen. Derzeit würde die Hypo-Group in jedem Fall die Kriterien für die Aufnahme in den Index der 50 größten deutschen Nebenwerte erfüllen.

jojo MÜNCHEN. Die Immobilienbank ist erst seit vier Wochen an den Börsen Frankfurt und Wien notiert, nachdem das Institut zuvor von der Münchener Hypo-Vereinsbank (HVB) abgespalten wurde. „Der Start ist gelungen“, freute sich Hypo-Group-Chef Georg Funke. Der Kurs kletterte entgegen der Erwartungen der meisten Analysten von der Erstnotiz am 6. Oktober bei 11,25 Euro auf gestern etwa 16 Euro, ein Plus von immerhin mehr als 40 %. Der Einzug in den M-Dax könnte nach Ansicht von Analysten dem Aktienkurs der Hypo-Group weiteren Auftrieb geben.

Intern leidet das neue Institut allerdings erst einmal unter der Trennung. Wegen einer außergewöhnlich hohen Steuerbelastung durch die Abspaltung ist im dritten Quartal ein Nettoverlust von 4 Mill. Euro aufgelaufen. Vor Steuern gab es noch ein Plus von 24 Mill. Euro.

Wesentlich besser sehen die Zahlen über neun Monate aus: Hier lag der Nettogewinn bei 47 Mill. Euro und das Vorsteuerergebnis erreichte 90 Mill. Euro. Das sei im Rahmen der Erwartungen, wie Funke unterstrich. Die frühere Konzernmutter HVB hat allerdings noch wie geplant Kreditrisiken im Umfang von 345 Mill. Euro übernommen. Im gesamten Jahr rechnet das Institut mit einem Vorsteuergewinn von 100 Mill. Euro. „Es kann auch ein bisschen mehr sein“, unterstrich Finanzchef Fell.

Mit der Abspaltung der Hypo- Group hat sich die HVB vom ungeliebten und risikoreichen Geschäft mit gewerblichen Immobilienfinanzierungen getrennt. Das neue Institut will sich künftig stark auf das Geschäft mit internationalen Immobilienfinanzierungen konzentrieren. Noch im November soll deshalb zusätzlich das US-Portfolio der HVB für einen Kaufpreis von geschätzt 300 Mill. Euro übernommen werden. Das Geschäft in Deutschland will die Hypo-Group dagegen weiter zurückfahren. Anfang kommenden Jahres soll darüber entschieden werden, welche Teile des Portfolios verkauft werden.

Die Hypo-Group besteht jetzt aus drei Teilen: Dem internationalen Geschäft mit Sitz in Dublin, dem von München aus gesteuerten Deutschland-Geschäft und der Württembergischen Hypothekenbank in Stuttgart.

Nachdem sich das Institut in den vergangenen Monaten viel mit der Abspaltung von der Konzernmutter beschäftigt habe, würden sich die Mitarbeiter jetzt wieder auf die Kunden und das neue Geschäft konzentrieren, versprach Funke. Bis die Bank ihre Renditeziele erreicht, wird es dennoch einige Jahre dauern. Nach früheren Angaben wird die Eigenkapitalrendite von 8 % bis 9 % erst 2007 eingespielt. Im abgelaufenen Quartal lag der Wert erst bei 1,5 %.

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