Index-Abstieg von MLP wird immer wahrscheinlicher
Continental gilt als sicherer Dax-Kandidat

Die Fakten sind auf dem Tisch, nun liegt es in den Händen des Arbeitskreises Aktienindizes, am 19. August über Auf- und Abstieg in den Indizes der Deutschen Börse zu entscheiden. MLP muss mit dem Abstieg rechnen, als Nachrücker stehen Continental, Beiersdorf und T-Online bereit.

FRANKFURT/M. Die Fakten sind auf dem Tisch, nun liegt es in den Händen des Arbeitskreises Aktienindizes, am 19. August über Auf- und Abstieg in den Indizes der Deutschen Börse zu entscheiden. „Es ist damit zu rechnen, dass die Indizes ein anderes Gesicht bekommen werden“, sagt Carsten Klude vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg. Für das Aushängeschild, den Deutschen Aktienindex (Dax), zeichnet sich damit das ab, was Experten bereits im Vorfeld vermutet hatten: Der Heidelberger Finanz-Dienstleister MLP muss wohl mit einem Abstieg in den MDax rechnen, als Nachrücker stehen Continental, Beiersdorf und T-Online bereit. Der Sportartikel-Hersteller Puma, der im Vorfeld ebenfalls als potenzieller Aufstiegs-Kandidat gehandelt wurde, verfehlte beim Kriterium Börsenumsatz den entscheidenden Rang 35 um einen Platz, gilt aber bereits für künftige Entscheidungen als potenzieller Kandidat für einen Aufstieg.

Zu einer Überraschung kam es dennoch: Der Hannoveraner Reifen-Hersteller Continental, der noch im Vormonat die Aufnahmekriterien knapp verfehlte, hat nun von den drei Kandidaten die besten Chancen auf einen Aufstieg unter die deutschen Top 30, nachdem bei den beiden entscheidenden Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zuletzt Plätze gut gemacht wurden. „Wir erwarten, dass Continental MLP im Dax ersetzen wird“, heißt es in einer ersten Stellungnahme von Equinet Research. Damit wäre das eherne Gesetz „They never come back“ gebrochen. Bisher schaffte kein Unternehmen, das jemals aus dem Dax gefallen war, die Rückkehr.

Continental musste seinen Platz dort 1996 räumen. Für Continental spricht nach Ansicht der meisten Experten, dass das Unternehmen auf Grund der Branchenzusammensetzung als Automobil-Zulieferer besser in den Dax passen würde als die Telekom-Tochter T-Online, deren Anteil an frei handelbaren Aktien zudem nur bei 22,4 % liegt. Ein weiteres Argument für einen Verblieb von T-Online im TecDax ist, dass diesem damit ein gewichtiges Zugpferd erhalten bliebe. Ein Dax-Aufstieg von Beiersdorf gilt nach wie vor als unwahrscheinlich, da sich um das Hamburger Unternehmen weiter Übernahmespekulationen ranken.

Reichlich Bewegung ist auch in den beiden unterhalb des Dax angesiedelten Indizes MDax und TecDax angesagt. Bei den im MDax notierten klassischen Werten gelten inzwischen der niederländische Reparatur-Dienstleister Teleplan sowie der Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer als abstiegsgefährdet. „Unseres Erachtens ist es sehr wahrscheinlich, dass Teleplan nach den Kursverlusten der vergangenen Monate aus dem MDax entfernt wird“, heißt es von Equinet Research. Weniger gefährdet scheint Koenig & Bauer, da die Würzburger zum ersten Mal das Umsatzkriterium knapp verfehlten. Als Nachrücker stehen Comdirect, die Holsten Brauerei und die Indus Holding bereit. Comdirect-Konkurrent DAB Bank hat das Kriterium Marktkapitalisierung knapp verfehlt, gilt aber bereits für die Zukunft als potenzieller MDax-Kandidat.

Ohnehin rechnen Experten damit, dass wegen zahlreicher Übernahmen in Kürze noch etliche Namen aus dem MDax verschwinden werden. Erst im Juli hatte Fielmann Buderus ersetzt, die von Bosch übernommen wurden. Gleiches könnte schon bald Wella drohen, die sich Procter & Gamble einverleibte. Möglich ist auch die Übernahme von Dyckerhoff durch die italienische Buzzi Unicem.

Im TecDax könnte es bereits ein halbes Jahr nach seiner ersten Zusammensetzung zu erheblichen Veränderungen kommen. Sieben von insgesamt 30 Unternehmen dort gelten als abstiegsgefährdet. Mit Nordex, Plambeck und Repower sind besonders Firmen aus der Windenergie-Branche betroffen. Als Nachrücker steht mit Freenet, Teles, Süss Microtec und Dialog Semiconductor ebenfalls eine breite Auswahl bereit, wobei dem Internet-Dienstleister Freenet die mit Abstand besten Aufstiegschancen zugebilligt werden.

Quelle: Handelsblatt

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